Süddeutsche Zeitung

Garching:Bürgersolarpark soll Ende 2023 ans Netz gehen

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Die Stadt einigt sich mit der Betreiber-Genossenschaft über die Flächen für eine Photovoltaikanlage an der Autobahn.

Von Irmengard Gnau, Garching

Strom aus Sonnenkraft, gewonnen und verbraucht in der eigenen Kommune - was sich angesichts der weltpolitischen Lage viele Kommunalpolitiker erträumen, könnte in Garching bald wahr werden. Die Freiflächenphotovoltaikanlage westlich der Autobahn A 9 hat eine weitere Hürde genommen. In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hat der Stadtrat den Bebauungsplan für das Projekt einstimmig freigegeben. Die Unstimmigkeiten über die Größe der Fläche zwischen der Stadt und der Genossenschaft "Bürgerenergie Garching" (BEG), die die Anlage betreiben wird, wurden ausgeräumt.

Auf etwa 3,2 Hektar städtischem Grund unweit der Autobahnanschlussstelle Garching-Nord soll die BEG ihre Solarpanele nun errichten dürfen. Den Großteil der Flächen verpachtet die Kommune der Bürgergenossenschaft für die Dauer von 15 Jahren. Streit hatte es um die Fläche gegeben, die für die künftige Erweiterung des neuen Bauhofs vorgesehen ist, der freilich noch gar nicht gebaut ist. Diese Fläche wollten einige äußerst ungern hergeben; man einigte sich nun auf eine Verpachtung für zumindest fünf Jahre, mit der Option auf jahresweise Verlängerung. Die BEG hält die Gesamtfläche so für groß genug, um das Projekt rentabel in die Praxis umsetzen zu können.

Ein Unternehmen aus Hochbrück würde angeblich den gesamten Strom abnehmen

Ziel sei es, spätestens im kommenden Herbst den Solarpark zwischen der Autobahn und dem Garchinger Sportpark zu errichten, sodass die Anlage zum Winter 2023 in Betrieb gehen kann, erklärt Christian Nolte, der der BEG gemeinsam mit Dominik Eberle vorsteht. Nolte und Eberle haben die Genossenschaft im April 2021 gemeinsam mit Mitstreitern gegründet und bereits zahlreiche Mitglieder für ihr Anliegen gewonnen, Energie nachhaltig und am Ort zu gewinnen. Der Angriff Russlands auf die Ukraine und dessen wirtschaftlichen wie energiepolitischen Auswirkungen geben dem Projekt noch einmal Vorschub.

Das Interesse ist nicht nur auf Seiten potenzieller Genossen und Genossinnen groß. Die Genossenschaft hat nach Angaben des Vorstands bereits einen Unternehmenskunden aus Hochbrück gefunden, der den gesamten erzeugten Strom abnehmen würde. Bis es soweit ist, hat die BEG allerdings noch einige Aufgaben vor sich. Eine davon ist es, passende Ausgleichsflächen für das Projekt zu finden, unter anderem für die in Garching verbreitete Feldlerche. Pacht- und Rückbaubedingungen werden in einem Vertrag mit der Stadt festgeschrieben. Hinzu kommen Unwägbarkeiten, was die Kosten für die Solaranlage betrifft - der Krieg treibt Material- und Baukosten in die Höhe.

Nolte ist gleichwohl optimistisch. "Das ist jetzt unsere große Chance, jetzt will jeder diesen Strom haben", sagt er. Im Herbst will die BEG bei einer Informationsveranstaltung weitere Mitglieder gewinnen.

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