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Blockierte Innenstadt:Parkregelung bleibt

Garchinger Stadtrat lehnt Antrag aus Bürgerversammlung ab

An der Parkscheibenpflicht und der damit verbundenen Möglichkeit, das Auto zwei Stunden in der Garchinger Ortsmitte abzustellen, wird sich vorerst nichts ändern. Der Hauptausschuss lehnte am Mittwoch einen Antrag aus der Bürgerversammlung ab, der gefordert hatte, die Parkzeiten so zu ändern, dass man frühestens bei Ankunft von 19.01 Uhr an bis zum nächsten Morgen auf den Parkplätzen parken könne. Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) stellte aber noch für dieses Jahr einen Workshop in Aussicht, in dem es um ein Gesamtverkehrskonzept für die Stadt gehen soll.

Der Antragsteller hatte sich beschwert, dass er am Maibaumplatz am Abend keinen Parkplatz findet, um kurz einkaufen zu gehen. Weil nach 20 Uhr keine Parkscheibenpflicht mehr gilt, blockierten dort vor allem Fußballfans, die mit der U-Bahn in die Fröttmaninger Arena weiterfahren, die Plätze schon von 17.31 Uhr an. Das Hauptargument der Lokalpolitiker gegen eine Änderung war, einen Schnellschuss zu vermeiden. Der Bürgermeister fürchtete auch, unterschiedliche Regelungen in Garching könnten die Leute verwirren. Außerdem wies er darauf hin, dass die Garchinger Geschäftsleute auch von den Fußballfans profitierten, da sie dort zum Essen einkehren oder etwas einkaufen. Außerdem falle auch das Defizit der U-Bahn kleiner aus dank der Bayern-Fans. Er plädierte dafür, das Problem ganzheitlich zu betrachten und ein Gesamtkonzept zu erarbeiten. Die Verwaltung hatte in der Vorlage darauf hingewiesen, dass die Parküberwachung bei Bayern-Spielen eh schon ausgedehnt worden ist. Seit 2018 kontrollierten vier Mitarbeiter jeweils zwei Stunden vor Spielbeginn bis zum Spielende. Dabei seien zwei Mitarbeiter im Innenstadtbereich im Einsatz, die beiden anderen kontrollierten in Hochbrück und am Business Campus. Seitdem seien die Verwarnungen auch zurückgegangen.

Obwohl die Haltung der Stadträte mehrheitlich ablehnend war, hatten sich alle Gedanken gemacht, eine Lösung zu finden. Florian Baierl, Sprecher der Unabhängigen Garchinger, brachte eine Begrenzung auf eine Stunde ins Spiel. Das würde aber neben den Fußballfans auch Geschäftsleute und Gastronomen treffen, wie er selbst einräumte. Bastian Dombret (FDP) plädierte deswegen dafür, bei der Zwei-Stunden-Regelung zu bleiben. Salvatore Disanto (CSU) brachte noch das Argument der Verhältnismäßigkeit. Aufs Jahr gesehen seien die meisten Spiele am Samstag, dem Antragsteller war es um die Wochentage gegangen. Disanto sprach sich dafür aus, mehr Werbung zu machen für andere Parkmöglichkeiten. So biete etwa der Business Campus die Plätze in seinem Parkhaus bei Spielen für 2,50 Euro an. Das müsste bekannt gemacht werden, sei es durch Anzeigen beim FC-Bayern oder an den U-Bahnhöfen, forderte Disanto. "Man sollte eher in diese Richtung gehen als neue Schilder aufzustellen."

© SZ vom 29.05.2020

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