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Garching:Neufahrn wehrt sich gegen Reaktor-Abwasser

Der Antrag der Technischen Universität, weitere 30 Jahre schwach radioaktives Abwasser aus dem Garchinger Forschungsreaktor und der Radiochemie in die Isar einzuleiten, wird auch in Neufahrn sehr kritisch gesehen. Von einem "schon sehr fragwürdigen" Ansinnen sprach Bürgermeister Franz Heilmeier (Grüne) am Montag im Gemeinderat. In der von dem Gremium beschlossenen Stellungnahme wird die beantragte Laufzeit von 30 Jahren kritisiert: "Zukünftige technische Entwicklungen, wie zum Beispiel die Möglichkeit einer kompletten Filterung von Radioaktivität aus dem Abwasser werden unseres Erachtens dabei nicht berücksichtigt." Deshalb sollte die Genehmigung "auf höchstens zehn Jahre auf Widerruf festgelegt werden. Bemängelt werden außerdem fehlende Aussagen zu einem "Worst-Case-Szenario bei Störfällen". Für die Gemeinderäte stellt sich deshalb die Frage, "ob bei einem solchen Störfall auch höhere thermische Belastungen in der Isar auftreten können und wenn ja, welche Maßnahmen in diesem Fall zum Schutz des Gewässers vorgesehen sind".

Das Gremium hinterfragt aber etwa auch die regulär auftretenden thermischen Belastungen sowie die beantragte Erhöhung der zulässigen Phosphor- und Stickstoffwerte. Grundsätzlich wird der Betrieb des Reaktors mit hochangereichertem Uran "kritisch gesehen" und das Fehlen eines ausreichenden Konzepts zur Entsorgung des Atommülls bemängelt.

© SZ vom 25.01.2019 / bg

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