Mobilität:Garching bleibt Mieträdern treu

Mobilität: Seit fünf Jahren gibt es die Mieträder der MVG in der Stadt Garching - und das soll auch so bleiben.

Seit fünf Jahren gibt es die Mieträder der MVG in der Stadt Garching - und das soll auch so bleiben.

(Foto: Robert Haas)

Nach kontroverser Debatte spricht sich der Stadtrat für eine Fortführung des Leihsystems aus. Auch Pedelecs sollen 2025 bei einer Neuauflage des Angebots zum Einsatz kommen.

Von Sabine Wejsada, Garching

Die Stadt Garching setzt weiterhin auf das Mietradsystem - und ist bei einer Neuauflage des Angebots im Jahr 2025 dabei. In der Kommune wurden bislang landkreisweit die meisten Ausleihen an MVG-Rädern verzeichnet. Nutzer werden künftig an den Stationen nicht nur mechanische Räder vorfinden, sondern auch Pedelecs für ihre "letzte Meile" zwischen U-Bahnhof oder Bushaltestelle und Büro, Institut oder Hörsaal, wie Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) in der Sitzung des Stadtrats am Donnerstagabend sagte. Zuvor hatte das Gremium den Sinn und vor allem die entstehenden Kosten für die Stadt kontrovers diskutiert und sich schließlich mehrheitlich für die Fortführung mit einem neuen Anbieter ausgesprochen. 2022 musste Garching rund 60 000 Euro für das Angebot aufwenden.

Das Leihradsystem ist seit Monaten Thema in allen Städten und Gemeinden im Landkreis München: Es wird neu ausgeschrieben, da der Vertrag zwischen dem Dienstleister Nextbike GmbH und der MVG 2025 endet. Vor einem Jahrzehnt war das Angebot in der Stadt München gestartet, 2018 folgten zahlreiche Kommunen im Umland, von denen viele es fortführen wollen. Beteiligen können sich künftig weitere Landkreise, wie Dachau und Freising. Sie alle müssen dazu eine Zweckvereinbarung mit der Landeshauptstadt unterschreiben.

Um das System fortführen zu können, müssen bereits jetzt die neuen Räder bestellt werden, auch solche mit Elektromotor. Bürgermeister Gruchmann berichtete, dass Garching für 80 mechanische Fahrräder und nur 36 Pedelecs aufkommen müsse, weil die Nordallianz die restlichen 44 zur Verfügung stelle. Insgesamt 300 solcher akkubetriebenen Gefährte will das Bündnis der acht Kommunen Garching, Ismaning, Unterföhring, Ober- und Unterschleißheim sowie Eching, Neufahrn und Hallbergmoos anschaffen. Wie Christoph Marquardt, Umweltreferent im Garchinger Rathaus, sagt, hat die Allianz dafür bereits eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 75 Prozent aus einem Förderprogramm zugesagt bekommen.

Mit dem Votum für 19 Leihrad-Stationen am Ort erhofft sich die Stadt, dass mehr Menschen, die nach Garching pendeln, vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Das reduziere den innerörtlichen Verkehr, so SPD-Fraktionschef Götz Braun. Harald Grünwald (Unabhängige Garchinger), der dem Mietsystem wenig abgewinnen kann, regte an, die Stadt solle Firmen und Forschungsinstitute als Sponsoren gewinnen. Diese profitierten von den Leihrädern am meisten.

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