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Garching:Mehr Platz zum Feiern

Das Garchinger Straßenfest soll im nächsten Jahr auf die Schleißheimer Straße ausgeweitet werden

Von Patrik Stäbler

Das beliebte Garchinger Straßenfest soll künftig mehr Platz im Ortszentrum erhalten. Der Hauptausschuss des Stadtrats hat die Rathausverwaltung beauftragt, eine Ausweitung der alljährlichen Feierlichkeiten zu prüfen - und zwar entlang der Schleißheimer Straße zwischen dem Gasthof Neuwirt und der Einmündung zur St.-Severin-Straße.

Hintergrund der Pläne sei nicht etwa die Corona-Pandemie, sagt Kulturreferent Thomas Gotterbarm, in dessen Zuständigkeit das im Rahmen der Bürgerwoche veranstaltete Straßenfest fällt. Vielmehr habe die zur Verfügung stehende Fläche auf Bürger- und Rathausplatz in den vergangenen Jahren stetig abgenommen - etwa durch die Errichtung des Brunnens und der Fahrradständer. Überdies würden nun aufgrund des Baus der Volkshochschule an der Telschowstraße weitere Standplätze fürs Straßenfest wegfallen, so Gotterbarm. Zugleich steige aber der Bedarf an Buden und Ständen infolge der stetigen Bevölkerungszunahme in Garching. Zumal sich das Straßenfest seit etlichen Jahren sehr großer Beliebtheit erfreut - sowohl bei den Bürgern als auch bei den örtlichen Vereinen und kommerziellen Anbietern, die die Stände betreiben.

Auf der Suche nach Lösungen für dieses Problem hatte der Kulturreferent drei Varianten ersonnen, die er dem Hauptausschuss präsentierte. Die Beibehaltung des bisherigen Platzes mit einem reduzierten Angebot lehnten die Stadträte jedoch ebenso ab wie eine Ausweitung des Straßenfests auf den Maibaumplatz samt Münchner Straße bis zur Gaststätte Garchinger Augustiner.

Mit dieser Variante wäre wohl eine Sperrung der Ortsdurchfahrt einhergegangen, sagt Gotterbarm, was erhebliche Verkehrseinschränkungen zur Folge gehabt hätte. Nicht zuletzt deshalb habe eine Mehrheit im Ausschuss für die Schleißheimer Straße plädiert, die man nun hinsichtlich einer Erweiterung prüfen werde. "Wichtig ist dabei die enge Einbeziehung der Geschäfte, eventuell mit einem verkaufsoffenen Sonntag", sagt der Kulturreferent. "Denn was wir auf keinen Fall wollen, ist, den örtlichen Läden Konkurrenz zu machen." Zudem müsse das Straßenfest seinen Charakter als "Innenstadt-Fest" wahren, betont Gotterbarm.

Dieses Jahr war das Straßenfest - wie die komplette Bürgerwoche - wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Dabei seien die Planungen "schon zu 90 Prozent abgeschlossen" gewesen, sagt der Kulturreferent. Das gleiche Schicksal trifft nun auch den Garchinger Christkindlmarkt sowie den parallel geplanten Kunsthandwerkermarkt im Bürgerhaus. Auch hier seien die Vorbereitungen schon weit gediehen gewesen, sagt Thomas Gotterbarm. Doch nun habe sich der Hauptausschuss für eine Absage der Veranstaltung entschieden. Denn, so der Kulturreferent: "So eine Veranstaltung passt nicht in die jetzige Zeit."

© SZ vom 27.10.2020

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