Seit 2018 trägt die Garchinger Mittelschule den Namen „Max-Mannheimer-Mittelschule“. Als erste Schule in Deutschland wurde sie nach dem Holocaust-Überlebenden benannt, der bis zu seinem Tod 2016 unermüdlich in Schulen von seinen persönlichen Erfahrungen und dem Leid seiner Familie durch die Nazis berichtete. Mannheimer war der festen Überzeugung, dass gerade junge Menschen erfahren müssten von diesem Unrecht. Hunderte von ihnen hat der Haarer auf diese Weise tief beeindruckt.
Die Garchinger Mittelschule trägt ihren Namen mit Stolz und sieht in ihm die besondere Aufgabe, das Leben und Wirken Mannheimers weiterzutragen in die nächsten Generationen. Seit drei Jahren veranstaltet die Schule daher einen Max-Mannheimer-Tag, an dem sich die Schülerinnen und Schüler mit Mannheimer unter einem bestimmten Gesichtspunkt auseinandersetzen.
2025 steht das Grundgesetz im Fokus der Betrachtung. Dass die aktuellen politischen Geschehnisse die Frage nach den Grundrechten aller Menschen so aktuell haben werden lassen, hätte sich Rektorin Judith Mathäe wohl nicht vorgestellt. „Unser Thema scheint gerade jetzt so aktuell wie nie“, sagt sie.
Jede Klasse hat sich einen Artikel des Grundgesetzes vorgenommen, der sie besonders anspricht, und zu diesem eine gemeinsame Projektarbeit entwickelt, jeder nach seinen Möglichkeiten. Am Donnerstag präsentierten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrkräften die Ergebnisse wochenlanger Arbeit bei einer feierlichen Eröffnung vor Eltern und geladenen Gästen im Bürgersaal. Dort, im Zentrum der Stadt werden die Arbeiten noch bis Freitag, 14. Februar, für alle zugänglich zu sehen sein.
Die Projekte sind zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen gereift. Während die jüngeren Klassen etwa die Lebensstationen Mannheimers in ein Mosaik gegossen haben, haben ältere eine sehenswerte Collage zum Recht auf Asyl angefertigt. Wieder eine andere Klasse hat sich mit dem Thema Gleichberechtigung auseinandergesetzt und dazu eine große Waage gebaut.

Die Theaterpädagogin Martina Blechner - jüngst ausgezeichnet mit dem Theaterpreis der Regierung von Oberbayern für Theaterarbeit an den bayerischen Schulen - hat mit einer Gruppe Schülern ein sehenswertes Theaterstück erarbeitet. Eines haben alle Projekte gemein: „Über allem schwebt der Geist Max Mannheimers und sein Vermächtnis: Nie wieder“, sagt Lehrerin Christiane Zitzelsberger vom Organisationsteam. Auch Besucherinnen und Besucher der Ausstellung sind eingeladen, ihre Meinung zu den einzelnen Rechten zu prüfen und zu hinterfragen.

