Süddeutsche Zeitung

Garching:"Lichtblicke" in der Nachbarstadt

Unterschleißheimer Konzertreihe findet heuer in Garching statt

Wenn man in diesen Zeiten schon nicht tanzen darf, solle die Musik trotzdem so sein, dass man gerne tanzen möchte, sagt Benjamin Straßer. Er organisiert die Benefizkonzerte "Lichtblicke" und zum ersten Mal seit 19 Jahren finden diese heuer nicht in Unterschleißheim, sondern in der Nachbarstadt Garching statt. Und statt dicht gedrängt in einem Saal, soll das Publikum an Vierertischen sitzen und dort auch bleiben - ganz egal, wie sehr sie die Musik mitreißt. Damit trotzdem genügend Menschen die Möglichkeit haben, das Konzert zu hören, spielen die Bands Phondue und Ruhestö(h)rung dieses Jahr gleich vier Konzerte: An zwei Tagen stehen sie jeweils zweimal um 18 und um 20 Uhr auf der Bühne. Diese Änderungen liegen wie so oft in diesem Jahr an Corona, hinzu kam noch die Verzögerung der Sanierungsarbeiten im Festsaal des Unterschleißheimer Bürgerhauses.

Lange sei nicht klar gewesen, ob er die Konzerte heuer nicht ganz absagen muss, sagt Straßer. Doch durch das neue Konzept sei es möglich, dass am Freitag und Samstag, 23. und 24. Oktober, die Unterschleißheimer Bands Phondue und Ruhestö(h)rung doch auftreten. Wie in den Vorjahren spielen sie Evergreens aus Rock und Pop. "Es sind aber auch ein paar Überraschungen dabei", erklärt Straßer. In Garchinger Bürgersaal wird es auch Bewirtung geben. Es solle ein "Clubcharakter" entstehen. Straßer ist Pianist der Band Ruhestö(h)rung. Die Band gründete sich, als zumindest ein Teil der Mitglieder noch auf die Unterschleißheimer Realschule ging. Die Idee für eine Konzertreihe kam auf, weil die Möglichkeiten auf der Bühne zu stehen, immer weniger wurden, als alle ihren Abschluss in der Tasche hatten. In den folgenden Jahren wurden die Konzerte größer und auch immer mehr Geld kam zusammen: Mehr als 200 000 Euro sammelten die Veranstalter seit 2001 bis heute insgesamt ein. Die Erlöse des ersten Konzerts gingen an Kinder aus Afghanistan. Wer diesmal eine Spende erhalten soll, sei noch nicht klar. Gerne würde Straßer das Geld zum Teil einem internationalen und zum anderen Teil einem lokalen Projekt zu Gute kommen lassen.

Um Gedränge im Foyer zu vermeiden, gibt es in diesem Jahr keine Pause. Straßer hofft, so den Menschen die Angst zu nehmen. Denn ob sich auch wieder so viele Menschen zu dem Konzerten trauen wie normal, sei noch nicht absehbar. Die Karten dafür werden ausschließlich im Ticketshop in Unterschleißheim verkauft. Der Eintritt kostet fünf Euro und kommt komplett einem guten Zweck zu Gute.

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Quelle:
SZ vom 23.09.2020 / chrh
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