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Garching/ Kirchheim:Per Mausklick zum Kita-Platz

Aktion Zusammenspiel - Bündnisse für junge Flüchtlinge

Schneller Überblick: 17 Einrichtungen aus Garching sind in dem neuen Online-Portal erfasst.

(Foto: dpa)

Die Anmeldung für Krippe, Kindergarten und Hort läuft heuer erstmals über Online-Portale.

Würzburg will es haben, Taufkirchen und Gauting auch. Garching hat es schon. Seit Oktober 2015 ist in der Universitätsstadt das Onlineportal zur Vergabe von Kinderbetreuungsplätzen in Betrieb, damit war Garching nicht nur Vorreiter im Landkreis, sondern hatte auch ein Alleinstellungsmerkmal. Bisher.

Denn von diesem Freitag an ist auch in Kirchheim ein Onlineportal freigeschaltet. Die Garchinger können schon ein erstes Resümee ziehen. Cornelia Otto, Leiterin des Bereichs Kinder und Jugendliche sagt: "Es ist eine große Erleichterung für uns, weil wir jetzt auf das System verweisen können. Und dieses System ist sehr transparent und sehr fair." Vor allem aber gehören damit Doppelvergaben von Plätzen von nun an der Vergangenheit an.

Von dem System namens "Little Bird" profitieren alle

Nach Ottos Schilderungen gibt es mit dem neuen System namens "Little Bird" nur Gewinner. Da sind einmal die Eltern. Sie können in Zukunft ganz gemütlich auf der Couch sitzen und sich im Netz umschauen, was Garching an Kinderbetreuung zu bieten hat, von der Krippe bis zum Hort. Also 17 Einrichtungen von sieben Trägern plus der Tagespflege von der Nachbarschaftshilfe. Lediglich die beiden privaten Kindergärten, die Wichtelakademie und die Kinderbetreuung an der Technischen Universität, ziehen nicht mit. Die Eltern schauen sich die Bilder der Häuser an, lesen etwas über die Pädagogik und erfahren etwas über die Schwerpunkte der Einrichtungen.

Sie können frühestens ein Jahr vor ihrem Wunschtermin drei Häuser auswählen und priorisieren sie von eins bis drei. Wenn ein Platz frei wird, bekommen sie Bescheid und können dann innerhalb von 14 Tagen entscheiden, ob sie annehmen oder nicht. Allerdings kann eine Leiterin erst dann eine Reservierung aussprechen, wenn sie die Familie auch persönlich kennengelernt hat. "Das passiert in der Regel am Tag der offenen Tür", erklärt Otto, der nächste findet am 5. März 2016 statt.

Die Anmeldungen sind sowohl für die Einrichtungen als auch für die Verwaltung sichtbar. Mit diesen Zahlen kann die Kommune ihre Bedarfsrechnungen aufstellen. Und die Leiterinnen sparen sich eine Menge Zeit, weil die Eltern jetzt die Daten eingeben und nicht mehr sie alles ausfüllen müssen. Trotz dieses neuen Onlineverfahrens fänden jedoch nach wie vor Besprechungen der beteiligten Kinderbetreuungseinrichtungen im Rathaus statt, berichtet Otto. Dort gehe es darum, wer welche Kinder nimmt, "denn wir wollen Hasenrennen vermeiden", die Einrichtungen sollen sich nicht nur bestimmte Kinder aussuchen.

Auch Kirchheim hat einen fünfstelligen Betrag investiert

Garching hat etwa 30 000 Euro in das Onlineportal investiert. Kirchheim habe auch einen fünfstelligen Betrag ausgegeben, "aber weniger als in Garching", berichtet Christian Freund, Leiter der Fachabteilung Soziales. Man habe sich für den Anbieter Arxes-Tolina entschieden, den auch die Stadt München gewählt hat. Das neue "Kita-Portal Kirchheim" sei für alle Beteiligten einfach zu handhaben und sehr transparent. "Das hat uns überzeugt."

Alle 19 Einrichtungen der Gemeinde inklusive der Tagesmütter haben dort ihr eigenes Profil gestaltet, mit Fotos und wichtigen Informationen. Eine Ampel zeigt an, wo gerade Plätze frei sind, insgesamt sind es 817, und wo man sich anmelden kann. Je nach Wunsch können die Eltern auch zwei oder drei Einrichtungen wählen und nach Präferenz nummerieren. Stichtag für die Anmeldungen ist der 31. März, wie gewohnt werden die Eltern dann im April/Mai erfahren, ob und wo sie einen Platz bekommen haben.

Das onlinegestützte Verfahren hilft bei der Bedarfsermittlung

Tage der offenen Tür in den Einrichtungen wird es nach wie vor geben und auch die Möglichkeit, sich handschriftlich anzumelden bestehe weiterhin, sagt Freund. Selbst wenn das Baby noch gar nicht auf der Welt ist, könne es schon angemeldet werden, weil es in Kirchheim eine Krippe gebe, die neun Wochen alte Säuglinge aufnehme.

In Garching lässt sich schon feststellen, dass die Kinderbetreuung per Mausklick bei den Eltern offenbar gut ankommt. Bis jetzt sind bereits 337 Anmeldungen eingegangen, was konkret 176 Kindern entspreche. Das ein oder andere Kind hat auf diese Art sogar schon einen Platz gefunden. Wenn also das Telefon wieder mal klingelt und andere Kommunen Cornelia Otto nach ihren Erfahrungen fragen, sie rät auf jeden Fall zu. Gerade um den Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen zu errechnen, sei das onlinegeschützte Verfahren "ein ideales Instrument".

© SZ vom 15.01.2016/belo
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