Kindertagesstätten:Erzieher dringend gesucht

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In Garching werden die Betreuungskapazitäten knapp. Die Stadt will gegensteuern.

Von Irmengard Gnau, Garching

In Garching könnte es schon bald zu einem Engpass bei den Kinderbetreuungsplätzen kommen. Die Prognosen, die Yvonne Zimmermann vom Fachbereich Bildung und Soziales im Rathaus, am Donnerstaga jüngst dem Stadtrat vorlegte, treiben manchem Sorgenfalten auf die Stirn. Schon im Herbst könnte die Stadt Probleme bekommen, alle Eltern, die für ihre Kinder einen Betreungsplatz suchen, angemessen zu versorgen, sagte Zimmermann: "Wir müssen ausbauen in allen Bereichen."

In Garching gibt es insgesamt 19 Kinderkrippen, Kindergärten, Horte und Häuser für Kinder. Hinzu kommen zwei Mittagsbetreuungen, Ganztagsklassen, eine Tagespflege, zwei Großtagespflegen und die heilpädagogische Tagesstätte; außerdem bieten selbständige Tagesmütter Betreuung an. Vor allem im Krippenbereich könnte es bei der Versorgung eng werden. Mit der drohenden Schließung der Kita des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik auf dem Forschungscampus würden zum Herbst gut 85 Plätze wegfallen, von denen 32 Kinder in Garching leben und im Ort einen Platz bräuchten. Die Stadt prüft derzeit die Möglichkeiten, die Kita kurzfristig zu übernehmen. Langfristig sieht sie aber die Forschungsinstitute in der Pflicht, sich zu engagieren.

Von 2026 an haben Eltern zudem einen rechtlichen Anspruch auf Ganztagesbetreuung ihrer Grundschulkinder. Stadträtin Michaela Theis (Unabhängige Garchinger) forderte, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um dieses drohende Problem zu lösen. Hinter jeder der Zahlen stünden Familienschicksale, gab sie zu bedenken.

Um dem drohenden Engpass zu begegnen, arbeitet die Stadt mit der Nachbarschaftshilfe daran, zwei neue Großtagespflegen zu eröffnen. Im Osten Garchings sollen zwei neue Kita-Gruppen in Containern entstehen. Außerdem könnte nach dem Umzug der Feuerwehr das bisherige Feuerwehrhaus für Kinderbetreuung umgebaut werden.

Ein Knackpunkt bleibt die schwierige Suche nach qualifiziertem Personal, die zum Teil dafür sorgt, dass bestehende Plätze nicht vergeben werden können. Hier will die Stadt noch aktiver werden und auch das Gespräch mit Teilzeitkräften suchen. Ulrike Haerendel regte zudem an, die Stadt solle eine Kampagne starten, um Mütter und Väter für die Tagespflege zu werben.

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