Süddeutsche Zeitung

Garching:Kaserne für den Widerstandskämpfer

Garchinger Liegenschaft wird nach Weiße-Rose-Mitglied Christoph Probst benannt

Von Patrik Stäbler, Garching

Erstmals in ihrer Geschichte benennt die Bundeswehr eine Kaserne nach einem Mitglied der Widerstandsgruppe Weiße Rose. So wird die bislang namenlose Liegenschaft im Garchinger Stadtteil Hochbrück künftig Christoph-Probst-Kaserne heißen. Einem entsprechenden Antrag hat das Bundesverteidigungsministerium in Berlin zugestimmt. Damit folgte die Behörde einem Vorschlag der rund 180 Mitarbeiter des Zentralen Instituts des Sanitätsdienstes der Bundeswehr sowie einer Außenstelle des Bundeswehrkrankenhauses Ulm, die an diesem Standort beschäftigt sind.

Ursprünglich hatte die Bundeswehr als neuen Namen Feldwebel-Christoph-Probst-Kaserne ins Auge gefasst. Doch Vincent Probst, das letzte noch lebende Kind des Widerstandskämpfers, hatte hiergegen eingewandt: "Der Begriff Feldwebel klingt in meinen Ohren martialisch" - zumal sein Vater "das Militär als enorme Bedrohung empfunden hat". Nun wird es in Hochbrück also bald eine Christoph-Probst-Kaserne geben; ein Termin für die Benennung steht laut dem Sanitätsdienst der Bundeswehr noch nicht fest. Eine passende Gelegenheit dafür wäre Mittwoch, 6. November - der 100. Geburtstag des Widerstandskämpfers.

Der im Jahr 1919 in Murnau geborene Probst gehörte mit seinem Schulkameraden Alexander Schmorell zum engen Kern der studentischen Widerstandsgruppe Weiße Rose. Der dreifache Familienvater hatte in München Medizin studiert und während des Kriegs einer Studentensanitätskompanie der Luftwaffe angehört - als Sanitätsfeldwebel, daher die ursprüngliche Namensidee für die Kaserne. Am 20. Februar 1943 wurde Probst in Innsbruck festgenommen; zwei Tage später fand die Verhandlung vor dem Volksgerichtshof statt. Der damals 23-Jährige wurde ebenso wie Sophie und Hans Scholl zum Tode verurteilt und noch am selben Tag mit dem Fallbeil in München-Stadelheim hingerichtet.

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Quelle:
SZ vom 22.03.2019
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