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Garching:Handwerker und Büros erwünscht

Das Gewerbegebiet Hochbrück soll aufgewertet werden

Wer über die B 471 durch das Gewerbegebiet Hochbrück fährt, kann meist eine veritable Auswahl an Lastwagen und Baufahrzeugen auf der Straße beobachten. Im dortigen Gewerbegebiet sind Firmen aus verschiedensten Bereichen des verarbeitenden Gewerbes angesiedelt, die zum Teil auch gewisse Emissionen produzieren. Die Stadt Garching bemüht sich seit Jahren, das Gewerbegebiet aufzuwerten und startet dazu nun einen neuen Anlauf, mit der Änderung des Bebauungsplans für das Gebiet um den U-Bahnhof Garching-Hochbrück.

Konkret geht es zunächst um das Areal zwischen der Schleißheimer Straße im Süden, der Lilienthalstraße im Westen, der Zeppelinstraße im Norden und der bestehenden BMW-Niederlassung im Osten. Dieses wird als besonders attraktive Lage gewertet, daher will die Stadt künftig besser steuern, welche Art von Gewerbe sich dort ansiedelt. Geplant ist die Ausweisung von Gewerbenutzungen mit großer und mittlerer Arbeitsplatzdichte aus den Bereichen Büro, Forschung und Entwicklung, Hightech, Automotive, Handwerk oder Dienstleistung oder auch "nicht störende Produktion", wie es im Vorschlag der Verwaltung heißt. Nicht sehen wollen die Kommunalpolitiker dort hingegen lautes Gewerbe, wie etwa ein Betonmischwerk. Der Bau- und Umweltausschuss hat einen entsprechenden Antrag eines Investors für das Grundstück Schleißheimer Straße 86 daher abgelehnt.

Grundlage für die Überarbeitung des bestehenden Bebauungsplans für das Areal zwischen Schleißheimer und Zeppelinstraße ist das Stadtentwicklungskonzept, anhand dessen das Hauptaugenmerk künftig je nach Lage des konkreten Grundstücks auf verschiedenen, möglichst hochwertigen Betriebsarten liegen soll. Die Garchinger Bauverwaltung schlägt vor, entlang der Schleißheimer Straße zu verdichten und bevorzugt Betriebe mit vielen Mitarbeitern anzusiedeln, also etwa Büros oder Entwicklungszentralen; das biete sich auch aufgrund der Nähe zur U-Bahn an. Dahinter könnten Betriebe mit mittlerer Arbeitsplatzmenge entstehen, etwa Verwaltungen, Servicestellen oder Handwerksbetriebe. Sogenannte "Betriebe mit geringer Arbeitsplatzdichte" sieht die Verwaltung idealerweise am Rand des Gewerbegebiets, im Bereich der Dieselstraße.

Der Stadtrat hat die Pläne einhellig befürwortet und eine Veränderungssperre für das Gebiet beschlossen. Ob der neue Bebauungsplan sein Ziel erreicht, ist freilich noch nicht gesagt. Bestehende Betriebe etwa genießen oftmals Bestandsschutz.

© SZ vom 21.01.2021 / gna
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