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Garching:Freie Fahrt

In Garching sollen zwei Buslinien für ein Jahr kostenlos sein

Busfahren in Garching soll von September an kostenlos werden. Wer mit den Linien 290 oder 293 in der Stadt unterwegs ist, kann hinterher seine gesammelten Einzeltickets oder die Streifenkarten der Stadt zur Bezahlung vorlegen. Das Projekt, das auf einen Antrag der Bürger für Garching zurückgeht, soll zunächst für ein Jahr zur Probe gelten. Unklar ist noch, in welchen Zeitabständen die Karten abgerechnet werden.

Dem Beschluss des Hauptausschusses ging eine längere Debatte voraus. Siegmar Trier von der Verwaltung stellte zwei Modelle vor. In Wolfratshausen habe die Stadt interessierten Personen im Vorfeld Einzel- und Zonentickets zugeschickt, aber diese Aktion werde wohl jetzt wieder eingestellt, wie er der Zeitung entnommen habe, sagte Trier. Er befürwortete eher das Unterföhringer Modell, das vorsieht, die Tickets im Nachhinein zu erstatten. Dort würden monatlich etwa zehn bis 15 Anträge bearbeitet, so Trier. Seit November 2019 seien in Unterföhring nur 1700 Euro ausgegeben worden.

In der Diskussion äußerten mehrere Stadträte Kritik am zu erwartenden Aufwand. Selbst Norbert Fröhler, dessen Gruppierung die kostenlosen Busfahrten beantragt hatten, sagte, es müsse nach dem Probejahr eine andere Lösung her. Er machte den Vorschlag, möglichst mehrere Gemeinden im Zusammenschluss dazu zu bringen, freie Busfahrten zu ermöglichen. Bastian Dombret (FDP) fand, der Aufwand der Verwaltung stehe in keinem Verhältnis zu dem erstatteten Betrag und Hans-Peter Adolf, Fraktionssprecher der Grünen, sagte, es widerspreche seinem Anspruch auf Gleichheit in den Gemeinden des Landkreises. Doch einem Probebetrieb stimmte er letztlich zu. Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) sprach von einem "gewissen Charme", es sei besonders für ältere Bürger ein hilfreiches Angebot. Der Antrag wurde bei drei Gegenstimmen angenommen. Garching wird insgesamt 20 000 Euro dafür im Haushalt einstellen.

© SZ vom 20.06.2020 / pa

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