Für eine Million Euro Lärmschutzwände an der B 11

Unter dem Verkehrslärm von der starkbefahrenen Bundesstraße B11 in Pullach leiden viele Anwohner.

(Foto: Claus Schunk)

Pullach beschließt, die Anwohner der Bundesstraße besser abzuschirmen. Die Kosten trägt die Kommune selbst

Von Michael Morosow, Pullach

"Lärm macht krank. Auch wenn ich den Lärm nicht höre, das Gehirn hört den Lärm", sagte Fabian Müller-Klug (Grüne) nach der Vorstellung der schalltechnischen Untersuchung für die Errichtung von Lärmschutzeinrichtungen entlang der Bundesstraße 11 in Pullach. Das Gros seiner Gemeinderatskollegen sieht dies wohl ähnlich, jedenfalls beschlossen sie mehrheitlich, Schallschutzmaßnahmen für grob geschätzt knapp eine Million Euro in Auftrag zu geben - auf eigene Rechnung, wohlgemerkt, denn für einen Rechtsanspruch liegen die gemessenen Lärmimmissionen unter den Grenzwerten.

Dass die Kommune so viel Geld für den Lärmschutz in die Hand nimmt, hat wohl mit einer Kernaussage im Gutachten der Ingenieurgesellschaft Müller-BBM GmbH zu tun, die im Auftrag der Gemeinde die Situation entlang der Bundesstraße untersucht hatte: "Als Ergebnis ist festzuhalten, dass eine Lärmsanierung im gesamten untersuchten Bereich zu einer deutlichen Verminderung der Belastung führen würde."

Ein Handlungsbedarf hat sich dabei nicht von heute auf morgen ergeben, er ist vielmehr Jahr für Jahr dringlicher geworden und hängt eng mit dem Bau der Bahnunterführung in Höllriegelskreuth vor 25 Jahren zusammen. Der dortige Aushub wurde damals unter anderem für den Bau eines Lärmschutzwalls entlang der B 11 verwendet. Inzwischen aber erweisen sich die hölzernen Schutzelemente als nicht mehr sicher genug und müssen erneuert werden.

Zur besseren Planbarkeit der erforderlichen Maßnahmen ist die Strecke in drei Bereiche unterteilt worden. Ob im Norden zwischen der Saarland- und der Pater-Augustin-Rösch-Straße Bauarbeiter anrücken werden, steht indes noch in den Sternen. Hier gibt es noch keinen Wall, die Gutachter schlagen eine drei Meter hohe Lärmschutzwand vor. Diese aber müsste nach Darstellung von Peter Kotzur, Bautechnik-Leiter im Rathaus, möglichst nah an der Fahrbahn errichtet werden, um die höchste Wirkung zu erzielen. Da in diesem Bereich aber auf große Strecken allerlei Leitungen verlegt seien, wäre eine Ausführung sehr aufwendig. Eine Machbarkeitsstudie soll nun weitere Aufschlüsse geben.

Am teuersten kommt die Gemeinde der Lärmschutz im Süden zwischen dem Heimstättenweg und der Zufahrt zu Edeka und Lidl. Hier wird die bestehende Schallschutzwand beseitigt und eine neue, 3,50 Meter hohe Schallschutzwand errichtet; geschätzte Kosten: 680 000 Euro. Von Kosten in Höhe von 295 000 Euro geht man beim Schallschutz für den mittleren Bereich zwischen Pater-Augustin-Rösch-Straße und dem Heimstättenweg aus. Hier soll auf dem bestehenden Wall eine einen Meter hohe Schallschutzwand errichtet werden.

Nach dem Beschluss des Gemeinderats wird die Gemeindeverwaltung demnächst ein geeignetes Ingenieurbüro für die weiteren Planungen der Schallschutzwände vorschlagen.