Kritik am Freihandelsabkommen Bauern im Münchner Umland alarmiert

Bei einer Diskussion mit dem Präsidenten des Bayerischen Bauernverbands, Walter Heidl, kam auch der Preisverfall bei landwirtschaftlichen Produkten zur Sprache.

(Foto: Claus Schunk)

Kreisobmann und Kreisbäuerin warnen davor, rote Linie bei Verhandlungen zu übertreten.

Die deutschen Standards beim Freihandelsabkommen TTIP zu schützen, ist dem Kreisvorstand des Bayerischen Bauernverbands ein großes Anliegen. Bei der erweiterten Bezirksversammlung des Verbands verdeutlichten Kreisobmann Anton Stürzer und Kreisbäuerin Maria Knoller dies mit ihrer Aussage: "Keinen Schritt über die Rote Linie."

Die gesellschaftlichen und politischen Erwartungen von EU und USA an die Lebensmittelerzeugung seien sehr unterschiedlich, argumentieren sie.

Die EU und besonders Deutschland räumten im Gegensatz zu den USA der Qualität im Erzeugungsprozess einen gleich hohen Stellenwert wie der Produktqualität ein. "Bauernfamilien in der EU müssen zahlreiche gesetzliche Vorgaben, wie zum Beispiel im Tier- und Umweltschutz, strikt einhalten. Diese spiegeln sich zwar nicht in der Produktqualität, wohl aber in den Kosten für die Bauernfamilien wider", sagen Stürzer und Knoller.

Kreisobmann Stürzer: keine Wachstumshormone in den Ställen

Die beiden Verbandsvertreter weisen auf das EU-weite Verbot von Wachstumshormonen in der gesamten Tierhaltung, die Chlorbehandlung von Schlachtkörpern und Umweltauflagen bei der Gülleausbringung hin. Die Herangehensweise der USA ziele hingegen ausschließlich auf die Produktqualität ab. Zum Schutz der bayerischen Bauern und Verbraucher dürften so erzeugte Lebensmittel keinesfalls auf den Lebensmittelmarkt in Europa gelangen, verlangen die Mitglieder der Kreisvorstandschaft München mit Obmann Stürzer und Kreisbäuerin Knoller an der Spitze.

In der Diskussion auf der Bezirksversammlung des Bauernverbands mit Bauernpräsident Walter Heidl wurde auch der Preissturz bei landwirtschaftlichen Produkten thematisiert sowie die momentane Wirtschaftsschwäche Chinas und das Russland-Embargo.