Freie Wähler:Otto Bußjäger setzt sich durch

Freie Wähler: Erleichtert: Otto Bußjäger darf erneut für den Posten des Landrats kandidieren.

Erleichtert: Otto Bußjäger darf erneut für den Posten des Landrats kandidieren.

(Foto: Claus Schunk)

Der stellvertretende Landrat gewinnt die Kampfabstimmung gegen den Kreisvorsitzenden Nikolaus Kraus und wird erneut als Kandidat für die Kommunalwahl nominiert.

Von Iris Hilberth, Ismaning

Otto Bußjäger ist Landratskandidat der Freien Wähler. In der Aufstellungsversammlung am Freitagabend in Ismaning wurde der 48-Jährige aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn in einer Kampfabstimmung gegen den Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Nikolaus Kraus, 54, für die Kommunalwahl im kommenden März nominiert. Bußjäger erhielt 31 der abgegebenen 55 Stimmen, 23 einfielen auf den Ismaninger Kraus. Es gab eine Enthaltung.

Für einige recht überraschend war es fünf Monate vor der Wahl zu diesem Duell der beiden Spitzenleute der Freien Wähler im Landkreis München gekommen. Während Otto Bußjäger bereits im vergangenen Dezember signalisiert hatte, erneut als Kandidat zur Verfügung zu stehen, warf Kraus erst kürzlich seinen Hut in den Ring. In einer jeweils fünfminütigen Bewerbungsrede warben schließlich beide um die Stimmen der Versammlungsteilnehmer. Bußjäger verwies darin vor allem auf seine langjährige Erfahrung in der Kommunalpolitik unter anderem als Bürgermeister von Grasbrunn und schließlich als stellvertretender Landrat in den vergangenen fünfeinhalb Jahren. "Wissen, Erfahrung und Standfestigkeit" schreibt er sich selbst zu und versprach: "Ich laufe mir für euch die Hacken ab." Auf seinen Kontrahenten ging er nicht ein.

Kraus hingegen verkniff es sich nicht, Bußjäger in seiner Rede zu kritisieren. Er nannte ihn ein "Chamäleon", das die Farben wechsele, da Bußjäger einst in der CSU war, er hingegen seit 30 Jahren bei den Freien Wählern. Er verwies vor allem auf seine Erfahrung als Landtagsabgeordnete und stellte seine guten Beziehungen in die Staatsregierung heraus. Er wolle auch nicht nur stellvertretender Landrat werden, sondern Landrat, sagte er. "Es ist ein guter Brauch, sich als Landtagsabgeordneter um das Amt des Landrats zu bewerben", so Kraus. In der Versammlung hatten beide Kandidaten einige Fürsprecher.

© SZ vom 26.10.2019/hilb
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