Mitten in Sauerlach:Tom Brady und sein heißer Popo

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Mitten in Sauerlach: Football-Profi Tom Brady darf am Sonntag zwischen seinen Einsätzen beim Spiel in München warm sitzen.

Football-Profi Tom Brady darf am Sonntag zwischen seinen Einsätzen beim Spiel in München warm sitzen.

(Foto: Nathan Ray Seebeck/USA TODAY Sports)

Warum eine Sauerlacher Firma dafür sorgt, dass die Footballer um den US-amerikanischen Superstar am Sonntag in der Fröttmaninger Arena nicht frieren.

Kolumne von Michael Morosow, Sauerlach

Wenn ein Fußballschiedsrichter ein Footballspiel nach den Regeln des Deutschen Fußballbundes leiten müsste, würde er schon nach wenigen Minuten so viele rote Karten gezückt haben, dass er alleine auf dem Rasen stünde. American Football ist per se viel brutaler als Fußball, nichts für Weicheier, sondern für echte Kerle. Für die Gladiatoren der Neuzeit, die in schöner Regelmäßigkeit wie Nashörner in der Serengeti aufeinander lospreschen und schauen, wer nach dem Aufprall stehen bleibt. Fast immer ist es der Schwerere. Es gehört zum Spektakel, dass ein leichtgewichtiger Running Back mit Hochgeschwindigkeit gegen die stählerne Brust eines 120 Kilogramm schweren Safety rennt, um kurz darauf das Stadion auf der Trage zu verlassen. Wenn er noch bei Bewusstsein ist, hält er gerne in Richtung Zuschauer den Daumen nach oben. Harte Männer klagen nicht, sie frühstücken Reißnägel und kennen keine Angst. Punkt. Aber sie wollen einen warmen Popo haben.

Diese doch recht verstörende Nachricht kommt von der Firma Moonich aus Sauerlach, die zwölf Sitzbänke mit 108 Plätzen für die Trainer und Spieler zweier Mannschaften der amerikanischen National Football League (NFL) liefert, die am Sonntag zur Freude vieler deutscher Footballfans ihr Spiel in der Fröttmaninger Arena austragen werden. Der Clou: Die gepolsterten Sitze für die Tampa Bay Buccaneers mit Superstar und Rekordchampion Tom Brady als Quarterback und die Seattle Seahawks werden einschließlich Rückenlehnen elektrisch gewärmt.

Beheizte Sitze, so hört man, seien eine Vorgabe der US-amerikanischen Profiliga, um Verletzungen und Zerrungen vorzubeugen. Die vom FC Bayern vor drei Jahren installierte Heizung vor der Spielerbank genügt den Ansprüchen der harten Kerle der Football League offenbar nicht. Und so hat die Sauerlacher Firma die Sitzhöhe und -tiefe der Popoheizungen speziell auf die Körpergröße und das Gewicht der Football-Spieler angepasst. Da werden Manuel Neuer und Co. wohl neidisch dreinblicken, wobei die Wärmeversorgung noch ausbaufähig wäre. Die Tragen, die nach unsanften Kollisionen gebraucht werden, haben noch keine Wärmeauflagen.

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