Die Nachbarn aus Ismaning und Unterschleißheim sind längst dabei, nun wollen auch die Garchinger mitreden, statt nur weiter zuzuschauen: Die Universitätsstadt im Norden von München bewirbt sich um eine Aufnahme als ordentliches Mitglied in der Fluglärmkommission für den nahen Airport im Erdinger Moos. Seit 2007 ist die Kommune ständiger Gast in dem Gremium, hat jedoch kein Stimmrecht, wenn es um eingebrachte Anträge geht, und kann solche auch nicht stellen. Dabei nehmen die Lärmbelastungen durch die Überflüge des Stadtgebiets fortwährend zu, wie es jetzt im Stadtrat hieß.
Das soll sich mit einem offiziellen Antrag zu einem Einzug in die Kommission ändern, der Landkreise, Städte und Gemeinden im Umfeld des Flughafens sowie Vertreterinnen und Vertreter von Behörden, Institutionen und den Flughafenbetreibern angehören. Das Gremium hat aktuell mehr als 30 Mitglieder, trifft sich zweimal im Jahr und berät Aufsichts- und Sicherungsbehörden bei Maßnahmen zum Schutz vor Fluglärm und gegen Luftverunreinigungen durch startende und landende Maschinen.

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Im Herbst haben Vertreter der Stadt Garching einen Abstecher ins Erdinger Moos gemacht, um an einer Besprechung mit der Deutschen Flugsicherung teilzunehmen. Bei dieser Gelegenheit sei der Wunsch aufgekommen, ein vollwertiges Mitglied samt Stimmrecht der Fluglärmkommission zu werden, sagte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD). „Die Garchinger verspüren eine zunehmende Betroffenheit“, versicherte er, gerade in Ferienzeiten wie Anfang November würde das Stadtgebiet minütlich überflogen.
Um in die Fluglärmkommission aufgenommen zu werden, muss die Stadt einen Antrag an das bayerische Verkehrsministerium stellen. Dieses prüft, ob Garching die nötigen Voraussetzungen erfüllt. Falls dies zutrifft, muss auch die Fluglärmkommission dem Beitritt noch zustimmen. Von beidem geht der Bürgermeister aus.

