Finissage:Die krauteste Kunst

Julia Walk "Bildnis einer Ismaningerin"

Julia Walks "Bildnis einer Ismaningerin", verfeinert durch die lokale kulinarische Spezialität.

(Foto: Veranstalter)

Die Ausstellung "Garten Arbeiten" in Ismaning endet mit einem Essen im Freien

Gegen den Tod, die menschliche Dummheit und eine gewisse Pandemie ist offenbar kein Kraut gewachsen, für die Finissage der Ausstellung "Garten Arbeiten" hingegen schon. An diesem Sonntag, dem letzten Tag der Werkschau, die Arbeiten von sechs Studierenden der Kunstakademie München im Ismaninger Schlosspavillon zeigte, wird es vor dem Gebäude im Park ein Krautessen geben - eine Hommage an die lokale Spezialität: Beim Ismaninger Kraut handelt es sich um eine besondere Weißkrautsorte, die für ihren angenehm milden Geschmack bekannt ist und eine durchaus imponierende Größe erreichen kann. "Des krauteste Kraut werd' z'Ismaning baut!", lautet ein Sprichwort - wiewohl die mehr als 500 Jahre alte Sorte aufgrund des hohen Aufwands nur noch selten angebaut wird. Eingeladen zur Finissage sind alle Ismaningerinnen und Ismaninger, es werden natürlich auch Getränke angeboten und zudem soll es zum Austausch zwischen den jungen Künstlern und den Einheimischen kommen. Die Künstlerin Julia Walk bietet dabei an, besonders mutigen Besuchern den eigenen Kopf bei einem Face Painting zum Krautkopf umzugestalten. Sie präsentiert in der zu Ende gehenden Ausstellung auch das "Bildnis einer jungen Ismaningerin", das wie ein barockes Porträt anmutet, wobei bei genauerem Hinsehen das abgebildete Frauengesicht mit Kraut und Kohlblättern dekoriert ist. Auch andere Arbeiten wie der Mähroboter, der vor dem Pavillon immer wieder die Signatur des Künstlers Tornike Abuladze in georgischer Schrift in den Rasen kreiselt, die skulpturalen, glasierten Entenpopos von Sebastian Quast oder Julie De Kezels romantisches Oasenobjekt transportieren einen spielerischen Ansatz und augenzwinkernde Zugänglichkeit. Einige der Künstlerinnen und Künstler werden am Sonntag anwesend sein, und freuen sich auf Gespräche über ihre Werke.

Für Rasmus Kleine, Leiter des benachbarten Kallmann-Museums und Initiator der Ausstellung, ist genau das ein wichtiges Anliegen: Zeitgenössische Kunst, die ja mitunter schwer zugänglich ist und so manchen Betrachter erst einmal skeptisch stimmt, greifbarer zu machen. Zupass kommt den Veranstaltern, dass die "Arbeiten an echte Lebenswelten anschließen", wie Kleine findet, und "Humor und Leichtigkeit" hätten. Die Werke sollen mit dem historischen Schlosspavillon sowie der Gartenlandschaft interagieren und ein fruchtbarer Dialog stattfinden zwischen den Ismaningern und den Studenten.

Das Gartenfest mit Krautessen, Face Painting und der finalen Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen, findet am Sonntag, 12. September, von 13 bis 17 Uhr im Schlosspark statt. Der Eintritt ist frei. Für die Veranstaltung gilt die 3-G-Regel.

© SZ vom 09.09.2021 / wat
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