Feldkirchen:Neues Konzept für Seniorenheim besänftigt Kritiker

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Feldkirchen: So sieht der Entwurf des neuen Architekten für das geplante Seniorenheim in Feldkirchen aus.

So sieht der Entwurf des neuen Architekten für das geplante Seniorenheim in Feldkirchen aus.

(Foto: privat)

Die abgespeckten Pläne sehen nur noch 90 statt 130 Zimmer vor, die aber etwas größer werden sollen. Die Bürgerinitiative sieht das als deutliche Verbesserung.

Von Anna-Maria Salmen, Feldkirchen

Schon am Andrang lässt sich erahnen, welches Thema auf der Tagesordnung des Feldkirchner Gemeinderats steht. An den Türen zum Sitzungssaal postieren sich diejenigen, die drinnen auf den Stühlen keinen Platz mehr haben. Das Gedränge veranlasst eine Rathausmitarbeiterin zu dem Hinweis, die Fluchtwege müssten freibleiben. Wann immer es um das geplante und hitzig diskutierte Seniorenheim an der Münchner Straße 22 geht, ist das Interesse der Feldkirchnerinnen und Feldkirchner hoch. Nachdem Rathauschef Andreas Janson (Unabhängige Wählervereinigung) bei der Bürgerversammlung die Vorstellung eines neuen Konzepts angekündigt hat, scheint die Spannung erneut gestiegen.

Nach dem anhaltenden Protest gegen das Vorhaben und einer Informationsveranstaltung im Frühjahr haben die Investoren um Michael Schamberger einen neuen Architekten beauftragt. "Wir sind auf die Bürgerinitiative Pro Feldkirchen eingegangen, haben alles neu zeichnen lassen und dabei verschiedene Meinungen einfließen lassen", sagt der Investor. Dass der alte Entwurf, ein massiger Baukörper mit vier fingerartigen Flügeln und schattigen Innenhöfen, nicht auf Gegenliebe stieß, kann der neue Architekt Michael Winkelmann eigenen Worten zufolge nachvollziehen. Auf Basis der Rückmeldungen aus der Infoveranstaltung habe man für das neue Konzept daher mehrere Grundziele aufgestellt: Ein "burgartiges Gebäude" soll es nicht mehr geben, die Grünanlagen sollen großzügiger werden und das Seniorenheim soll weniger Zimmer haben.

In Gesprächen habe man ausgelotet, wie klein das Heim realistischerweise sein kann, um noch einen Betreiber zu finden. Wie Winkelmann berichtet, sei man so auf 90 statt bisher 130 Zimmer gekommen. Diese sollen mit gut 22 Quadratmetern zudem größer als ursprünglich geplant werden. Zusätzlich sind 38 barrierefreie Wohnungen vorgesehen, diese Zahl ist im Vergleich zum alten Konzept leicht erhöht worden.

Ziel ist es dem Architekten zufolge auch, das Heim besser in die Umgebung einzubetten. Statt den vier Fingern schlägt er daher nun einen L-förmigen Baukörper und ein zweites Haus in einigem Abstand dazu vor. Beide Gebäude sollen höhenmäßig gestaffelt werden: Nahe der bestehenden Wohnbebauung sind ein bis drei Stockwerke vorgesehen, zur Straße hin vier.

Neu ist, dass nun auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite nicht nur Mitarbeiterwohnungen, sondern auch ein Teil der barrierefreien Wohnungen untergebracht werden sollen. "Die Aufgabe war, die Dichte aufzulockern, trotzdem gibt es ja einen bestimmten Bedarf an Zimmern", begründet Winkelmann den Vorschlag. Eine Verlagerung könne daher eine Lösung sein.

Nicht alle Ideen kommen im Gemeinderat gut an

Dieser Teil des neuen Konzepts stieß indes auf wenig Begeisterung, mehrere Gemeinderatsmitglieder äußerten Kritik. Die restlichen Ideen jedoch fanden durchaus Anklang. Detailfragen sind freilich weiterhin offen, so wurde etwa mehrfach ein Ortsentwicklungsplan gefordert, um besser einschätzen zu können, wie sich das Heim in das künftige Bild der Gemeinde einfügt.

"Es ist noch viel zu tun", fasst Bürgermeister Janson zusammen. Dennoch sieht er das Konzept als Grundlage für den weiteren Prozess. Zustimmung erhält er von Martin Steuer, der in der Bürgerinitiative Pro Feldkirchen immer wieder Kritik an den alten Plänen geäußert hatte: "Das ist eine deutliche Verbesserung und eine Basis, auf der man aufbauen kann." Steuer sieht das neue Konzept als Erfolg, der auch durch das Engagement der Bürger zustande gekommen sei. "Ich glaube, dass es ein positiver erster Schritt ist und dass wir auf diesem Weg zu einem sehr guten Ergebnis kommen können."

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