„Wir werden ganz viel stürzen, aber mit Spaß“, sagt Brigitte Pfaffinger und blickt in erwartungsvolle Kinderaugen. Die acht Mädchen und Buben sitzen auf einer Bank vor der Eisstockhalle in Aschheim und lauschen den ersten Erklärungen der Vorsitzenden des TSV Feldkirchen. Sie beginnt mit dem Wichtigsten und zeigt den Kindern die Schutzausrüstung, die sie selbst bereits angelegt hat: Helm, Knieschoner, Ellbogen- und Handprotektoren. Nur, wenn alles sitzt, dürfen die Kinder auf acht Rollen in die Halle.
Seit 40 Jahren bietet Pfaffinger regelmäßig Inlineskate-Kurse an, hauptsächlich für Kinder, wie an diesem Freitagnachmittag. Sie lernen dort unter anderem, wie man im Slalom oder in der Hocke fährt, ausweicht, bremst – und richtig stürzt. „Viele Eltern legen wegen der Sicherheit Wert darauf“, sagt die Trainerin. Auf ihrem Handy zeigt sie das Foto, das eine Mutter ihr vor einiger Zeit geschickt hat, darauf sind drei Fußpaare zu sehen, die in Inlinern stecken. „Wir drehen eine Runde. Dank dir sind alle sicher“, hat die Mutter dazu geschrieben.
Auch für Erwachsene bietet Pfaffinger separate Kurse an. Die Übungen sind dies gleichen wie bei den Kindern. Dennoch beobachtet die Trainerin Unterschiede: „Erwachsene machen sich viel mehr Gedanken. Kinder haben mehr Leichtigkeit.“
Bevor die kleinen Skater ihre Inliner anziehen dürfen, geht es in Straßenschuhen in die Eisstockhalle – sie sollen sich zunächst an die Schutzkleidung gewöhnen. Eine der ersten Übungen: kontrolliert hingehen. Die Kinder sollen sich auf die Knie werfen und dann auf den Handprotektoren nach vorn gleiten, die Finger gespreizt. „Das A und O ist, richtig zu stürzen“, sagt Pfaffinger. So würde das Risiko für schwere Verletzungen minimiert.

Doch das kostet erst einmal Überwindung, das ist den Kindern anzusehen. Anfangs gehen sie noch zögerlich zu Boden. „Es ist wichtig, dass sie keine Angst vor dem Fallen haben“, erläutert die Trainerin. Doch die Hemmungen sind schnell verfolgen: Nach kurzer Zeit scheint es den Kindern sogar Spaß zu machen, sich auf Kommando auf den Boden zu werfen.
Pfaffingers Kurse sind jedes Jahr nachgefragt, wie sie sagt: „Skaten ist nicht out.“ Insbesondere in Amerika erlebe die Sportart derzeit ein „Revival“, erzählt die TSV-Vorsitzende. Sie selbst hat erst kürzlich gesehen, wie die Menschen am Strand in Miami auf Rollschuhen tanzen. „Vielleicht kommt das ja auch zu uns rüber.“
Pfaffinger würde sich darüber jedenfalls freuen. Skaten ist für sie eine tolle Sportart: Die Ausrüstung sei nicht teuer, die Bewegungen seien gelenkschonend, bei schönem Wetter fahre man draußen an der frischen Luft. Und anders als zu Fuß komme man schnell vorwärts: „Man hat den Rausch der Geschwindigkeit.“

