RaumfahrttechnikGriff nach den Sternen

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Die Raumkapsel wird noch entwickelt und soll in etwa drei Jahren ins Weltall geschossen werden.
Die Raumkapsel wird noch entwickelt und soll in etwa drei Jahren ins Weltall geschossen werden. (Foto: Arlet Ulfers)

Die Planegger Firma Exploration Company zieht zum Sonderflughafen Oberpfaffenhofen in eine größere Produktionshalle. Bundesministerin Dorothee Bär ist von dem Start-up „extrem beeindruckt“.

Von Christian Deussing, Weßling

Der Exploration Company (TEC), ein Start-up in der Raumfahrtechnik mit mehr als 250 Mitarbeitern, ist es in Planegg zu eng geworden. Das deutsch-französische Unternehmen zieht in die Nähe des Sonderflughafens Oberpfaffenhofen und feierte in der Galileostraße jetzt mit politischer Prominenz seinen neuen Produktionsstandort. Die Firma hat den ehrgeizigen Plan, bis zum Jahr 2028 die weltweit größte wiederverwertbare Frachtraumkapsel zu entwickeln, in der auch zwei Astronauten Platz hätten.

Man müsse die europäische Technologie konkret und solidarisch teilen, sagte Helene Huby, Gründerin und Geschäftsführerin der Exploration Company am Montagnachmittag bei der offiziellen Standorteröffnung. Dabei verspürte die französische Firmenchefin viel Rückenwind seitens der Gastredner. Zu denen zählte Dorothee Bär (CSU), Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Sie sei von der Entwicklung dieses Unternehmens  „extrem beeindruckt“, das offenbar nach den Sternen greife. Bär glaubt, dass hier etwas Großes entstehe, und beglückwünschte die TEC-Chefin auch zu ihren Nachwuchswissenschaftlern „ohne Mittelmaß“.

Auch der bayerische Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) stimmte in die Lobeshymne ein. Er hatte die Firma bereits vor zwei Jahren in Planegg besucht und befand jetzt, dass sie seitdem in Riesenschritten vorangegangen sei. Blume sprach von einer „echten Erfolgsgeschichte“ und betonte, dass die Exploration Company an dem neuen Standort beim Sonderflughafen Oberpfaffenhofen ein „perfektes Umfeld gefunden“ habe. Die Firma sei ein Meilenstein für junge Unternehmen, sagte der Staatsminister und merkte an: „Wir sind gespannt, wann Sie tatsächlich abheben.“

Helene Huby, Chefin und Gründerin der Exploration Company, ist im kräftigen Aufwind.
Helene Huby, Chefin und Gründerin der Exploration Company, ist im kräftigen Aufwind. (Foto: Arlet Ulfers)

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) erhofft sich unter anderem, mit dieser deutsch-französischen Kooperation eine „gewisse Unabhängigkeit“ von Amerikanern zu erreichen und auch einen wirtschaftlichen Impuls einer Branche in Aufbruchstimmung. Dazu dürfte nun auch Kathryn Lueders beitragen: Sie ist ehemalige Managerin der US-Weltraumbehörde Nasa und ein namhafter Zugang bei der aufstrebenden Raumfahrtfirma, die wohl endgültig im Dezember ihre neue große Produktionshalle auf Gautinger Flur beim Sonderflughafen bezieht. Wie es dort weitergeht, will Forschungsministerin Bär übrigens ganz genau beobachten.

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