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Europawahl:Herzenssache

So schnitten die Kleinen ab

Nur 78 Stimmen für die Liebe und das bei 168 561 Wählern - was sagt das über die Menschen im Landkreis aus? Zumindest, dass ihr Herz nicht für die Kleinpartei schlägt, die auf Platz 30 zur Europawahl antrat. Die Europawahl gilt zwar als die Wahl für die kleinen Parteien, weil es anders als bei Bundes- und Landtag keine Fünf-Prozent-Hürde gibt, doch wirklich geholfen hat auch das nur den wenigsten. Jenseits der bekannten Parteien kamen von den insgesamt 40 Parteien, die am Sonntag zur Wahl standen, im Landkreis nur fünf auf mehr als ein Prozent der Stimmen.

Allen voran sind das die Freien Wähler mit 3,8 Prozent, die auf Landes- und Gemeindeebene aber schon lange zu den etablierten politischen Kräften gehören, und die ÖDP mit 3,3 Prozent, die nicht erst seit dem Bienen-Volksbegehren eine wachsende Wählerschaft hat. Dahinter folgt im Landkreis die Satirepartei Die Partei mit 1,8 Prozent. Sie ist damit fast auf die Stimme genau so stark wie die Linke: 3011 beziehungsweise 3015 Menschen machten am Sonntag ihr Kreuz bei einer der beiden Parteien.

Ihnen folgt auf Platz zehn die Tierschutzpartei mit 1,2 Prozent und die neue Pro-Europa-Partei Volt mit 1,1 Prozent. Die Bayernpartei landet mit 0,7 Prozent nur knapp vor den unlängst noch hoch gehandelten Piraten, die im Landkreis gerade mal auf 0,6 Prozent kommen - nur knapp mehr als die Neugründung DiEM25 des früheren griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis. Die Liberal-konservativen Reformer (LKR) des früheren AfD-Gründers Bernd Lucke, die sogar zwei Kandidaten aus dem Landkreis hatte, kamen trotzdem nicht über 0,2 Prozent hinaus.

Rechtsradikale Parteien wie NPD, Dritter Weg und die Rechte bleiben im Landkreis - auch wegen der AfD - mit zusammen 0,1 Prozent bedeutungslos. 156 Wähler machten bei diesen drei Parteien ihr Kreuz.

© SZ vom 28.05.2019 / lb

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