Unterschleißheim:Einkaufen und Wohnen auf dem Esso-Areal

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Unterschleißheim: Das Esso-Grundstück wird derzeit als Parkplatz genutzt. Viele ärgern sich über den Stillstand auf dem zentralen Areal.

Das Esso-Grundstück wird derzeit als Parkplatz genutzt. Viele ärgern sich über den Stillstand auf dem zentralen Areal.

(Foto: Robert Haas)

Die Brache einer früheren Tankstelle an der Bezirksstraße soll bebaut werden. CSU und SPD erwägen den Verkauf an einen Projektentwickler.

Von Bernhard Lohr, Unterschleißheim

Der öffentliche Druck wächst in Unterschleißheim, dass auf dem zentralen Esso-Grundstück an der Bezirksstraße etwas weitergeht. Die nach dem Abriss der Tankstelle entstandene Brache liegt wie eine offene Wunde mitten im Herzen der Einkaufsstraße, die eine Belebung nach der Corona- und in der Inflationskrise gut vertragen könnte. Nun zeichnet sich ab, dass die Stadt sich von ihren ursprünglichen Plänen verabschiedet, an dieser exponierten Stelle auf städtischem Grund ein Wohnprojekt mit Café für Senioren umzusetzen. Auch ein Fair-Trade-Laden war im Gespräch. Mittlerweile geht die Tendenz Richtung Handel und Gewerbe. Auch wird offen darüber geredet, das Projekt in die Hand eines Investors zu geben.

Viele Bauprojekte sind in Planung und Entstehen: das Gartenquartier, die neue Stadtmitte am Rathausplatz und das Mehrgenerationen-Wohnen in Lohhof-Süd. Dazu die Kommunalwohnungen an der Kiebitzstraße. Dazu baut das Rote Kreuz, und das Feuerwehrhaus wird saniert. Da blieb für die Bauabteilung kaum Zeit, sich um die Bezirksstraße zu kümmern. Die CSU hat schon länger gedrängt, im Sinne der Geschäftsleute an der zentralen Einkaufsmeile dort endlich loszulegen.

Unterschleißheim: Die Bezirksstraße soll belebt werden, das ist das Ziel von CSU und SPD.

Die Bezirksstraße soll belebt werden, das ist das Ziel von CSU und SPD.

(Foto: Florian Peljak)

Jetzt tut sich auch bei den anderen Parteien etwas. Drei Anträge lagen in der jüngsten Stadtratssitzung von CSU, SPD und AfD dazu vor, die allesamt mehrheitlich zur Behandlung angenommen wurden. Die CSU pocht darauf, "umgehend" eine Planung anzupacken, um einen Bau für einen Vollsortimenter oder eine Drogerie sowie Wohnungen und Gastronomie zu ermöglichen. Zudem solle die Stadt prüfen, ob ein externer Projektentwickler das Ganze übernehmen könne. Ein Verkauf des Grundstücks könnte die städtische Finanzlage etwas aufhellen. Damit liegt die CSU nahe an dem, was die SPD beantragt hat, die eine Bebauung anstrebt, die vor allem Einzelhandel und Gastronomie stärkt und dazu auch "genügend Parkraum" schafft. Mehrgeschossige Parkmöglichkeiten wären wünschenswert. Auch die SPD hält es für überlegenswert, das Areal zu verkaufen. Ein externer Bauherr könnte es entwickeln.

Die AfD will auf der Brache ein Wohnheim für Studenten und Berufsschüler schaffen. Die Grünen lehnten im Stadtrat eine Behandlung der Anträge rundweg ab, weil sie fanden, dass der Stadt die personellen Kapazitäten fehlten, um qualifiziert über die Zukunft des Areals zu befinden.

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