Erneuerbare Energie:Sonnenstrom vom Schuldach

Lesezeit: 2 min

Haar plant gemeinsam mit der Bürgerenergie Unterhaching eine Photovoltaikanlage

Von Bernhard Lohr, Haar

Die Gemeinde Haar hat in ihrem Bestreben, den Ausbau von Solaranlagen auf Dächern zu beschleunigen, einen Partner gefunden. Die Genossenschaft Bürgerenergie Unterhaching (BEU) soll auf dem Dach der Grundschule und der Mittagsbetreuung an der Konradstraße eine Solaranlage installieren, mit der knapp ein Drittel des Strombedarfs der Schule gedeckt werden könnte. Die Gemeinde wird nur die Dachfläche verpachten, sonst ist sie nicht weiter gefragt. Dafür können sich Bürger an dem Projekt beteiligen, das laut Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) immerhin drei Prozent Rendite verspricht. Bukowski sprach von dem "Beginn einer wunderbaren Freundschaft".

Das Haarer Rathaus unternimmt einiges, um den Solarausbau voranzubringen. Eine Arbeitsgruppe des Gemeinderats wurde eingerichtet. Und in der haben Vertreter der BEU kürzlich schon ihr Konzept für eine Photovoltaikanlage vorgestellt. Diese soll eine Spitzenleistung von 68 Kilowatt Peak haben und im Jahr 65 Megawattstunden Strom produzieren. Nach Berechnungen der BEU könnten damit 28 Prozent des Verbrauchs der Schule gedeckt werden. Dabei würde nur ein relativ kleiner Teil der Dachfläche mit Modulen belegt, was die BEU damit begründet, dass so auf ein teures Gerüst und andere Dinge, die das Projekt verteuern und verkomplizieren würden, verzichtet werden kann. Der dadurch zu erwartende Flickenteppich an Modulen auf dem Dach stieß bei der SPD aus gestalterischen Gründen auf Kritik. Erst kürzlich hatte die SPD aus ästhetischen Gründe abgelehnt, dass auf dem früheren Seniorenheim Maria-Stadler-Haus eine große, das Dach füllende Photovoltaikanlage installiert wird. Die SPD hält es für bedenklich, im Bereich des behutsam entwickelten historischen Ortskerns Module aufzubringen, die die Dachlandschaft verändern.

Diesmal war die Kritik weniger grundsätzlich gemeint. Katharina Dworzak (SPD) bemängelte insbesondere, dass die Module laut Konzept der BEU ohne erkennbares System wild auf dem Dach verteilt zu sein scheinen. Man sollte doch eine ansprechendere große Lösung anstreben, sagte sie, und sich nicht wegen Gerüstkosten von 8000 Euro derart einschränken. Thomas Fäth (SPD) warnte davor, an der falschen Stelle zu sparen. Bürgermeister Bukowski entgegnete: "Auch das Chaos hat seinen Reiz". Der Antrag der SPD, das Dach auch aus ästhetischen Gründen großflächiger mit Paneelen auszustatten, lehnte die Mehrheit aus CSU, Grünen und FDP ab. Gegen die Stimmen der SPD wurde das von der BEU ausgearbeitete Konzept angenommen. Mike Seckinger (Grüne) begrüßte, dass mit dem von der BEU entwickelten Projekt schnell ein sichtbarer Ausbau der Solarstromgewinnung in Haar erreicht werden könne. Bukowski sagte, es sei reizvoll, mit einer leicht realisierbaren Anlage anzufangen. Auch Kosten spielten eine Rolle. Der gewonnene Solarstrom sei günstiger als der, der im Einkauf übers Netz bezogen wird. Es könnten weitere Anlagen in Kooperation mit der BEU folgen. Auf der Mittelschule neben der Grundschule sollen die Statik und die Pachtverhältnisse geprüft werden.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB