Energiewende:Vorbehalte gegen Solarpark

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Schäftlarn stellt Beschluss über Freiflächenanlage an A 95 zurück, weil Gemeinderäte sich an der Optik stören.

Von Marie Hesslinger, Schäftlarn

Das Unternehmen "Deutsche Energieunion" hat sich bei der Gemeinde Schäftlarn gemeldet, um eine Freiflächen-Photovoltaikanlage an der Autobahn A 95 in Neufahrn anzubringen. Der Solarpark soll rund 28 000 Quadratmeter groß sein. Davon wären Teilflächen von fünf privaten Grundstückseigentümern betroffen. Das Solar-Unternehmen und die Grundbesitzer haben bereits Nutzungsvereinbarungen geschlossen. Nun müsste die Gemeinde Schäftlarn einen Bebauungsplan für den Solarpark aufstellen. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat dies allerdings noch nicht getan.

Rein rechnerisch könnte die Freiflächen-Photovoltaikanlage rund 712 Haushalte klimaneutral mit durchschnittlich 4000 Kilowattstunden Strom pro Jahr versorgen, trug Bauamtsleiter Andreas Porer den Gemeinderätinnen und -räten vor. Außerdem stehe das Vorhaben mit den Klimaschutzzielen der Kommune im Einklang. "Vonseiten der Verwaltung stehen wir dem Ganzen positiv gegenüber", sagte Bürgermeister Christian Fürst (CSU). Im Gemeinderat stieß der Vorstoß jedoch auf Skepsis.

Der Solarpark soll auf einer Anhöhe entstehen, und zwar an der Kreuzung von Starnberger Straße und A 95. "Es geht dort bergauf, das hat schon einen gewissen ortsprägenden Charakter", sagte Matthias Ruhdorfer (CSU). Das werde eine "Aluminium-Ansicht ohne Ende", befürchtete Michael Waldherr (Gemeindeunion) und forderte, der Investor solle dem Gemeinderat "erst mal zeigen, wie das ausschaut". Maria Reitinger (Unabhängige Wählergruppe Gemeindewohl) warf ein, dass die Gemeinde genügend Dächer habe, die ihre Bürgerinnen und Bürger zunächst mit Solarzellen bestücken könnten. Gemeinderat Philipp von Hoyos (Grüne) fragte, ob Schäftlarn an dem Gewinn beteiligt sei. "Hat die Gemeinde eine Gewerbeeinnahme daraus?"

Sein Parteikollege Christian Lankes entgegnete, dass das Thema erneuerbarer Energien umfassender zu betrachten sei. Es gehe schließlich um eine Einsparung von CO₂ - "da haben wir alle was davon." Auch Marcel Tonnar aus der Grünen-Fraktion sprach sich dafür aus, das Unternehmen nicht zu vergraulen. Es sei ungewöhnlich, dass sich ein Investor für eine im Verhältnis derart kleine Fläche interessiere.

Der Gemeinderat einigte sich darauf, dem Unternehmen ein "grundsätzlich positives Signal" zu senden. Es solle jedoch zunächst geprüft werden, welche Möglichkeiten der Beteiligung die Gemeinde Schäftlarn und ihre Bevölkerung daran hätten. Bei einem Ausflug zu vergleichbaren Anlagen wollen die Gemeinderätinnen und -räte außerdem nachprüfen, was für einen optischen Eindruck eine solche Anlage hinterlässt.

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