Energiewende:Branding für den Klimaschutz

Der Landkreis ruft die "Aktion Zukunft+" aus

Von Stefan Galler, Ismaning

Der Landrat und die Kreisorgane stehen auch weiterhin dazu, den Landkreis München möglichst schnell klimaneutral auszurichten. Einen Beitrag dazu soll etwa ein neues Branding leisten: Unter der Marke "Aktion Zukunft+" firmiert künftig die Förderung aller lokalen und globalen Klimaschutzprojekte, aber etwa auch die Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung und die Mobilisierung der Öffentlichkeit für den Klimaschutz. Ein Teil des gesamten Projektes soll auch weiterhin die "Zukunftsaktie" sein, also die Möglichkeit für Firmen und Privatpersonen, Zertifikate zu erwerben, mit denen Klimaschutzprojekte in der Region, aber auch in verschiedenen Teilen der Welt unterstützt werden.

In der Sitzung des Kreisausschusses am Montag in Ismaning unterstrich Christoph Nadler, Fraktionsvorsitzender der Grünen, die Notwendigkeit der Maßnahmen: "Das Projekt ist sehr wichtig, aber leider in den letzten Monaten unter der Bettdecke verschwunden." Der Taufkirchner monierte, dass man vor allem in der Öffentlichkeit wenig zu den Klimaschutzprojekten höre, und regte zudem an, dass der Lenkungsbeirat, der sich im November 2020 konstituiert hatte und aus Kreisräten, sowie Vertretern aus Wissenschaft, Umweltschutz, Wirtschaft, Land- und Forstwirtschaft besteht, in kürzerem Rhythmus als wie bisher alle fünf Monate tagen sollte.

Dorothee Pletzer, Mitarbeiterin im Sachgebiet Energie und Klimaschutz im Landratsamt, begründete die bislang defensive Öffentlichkeitsarbeit mit offenen rechtlichen Fragen. So müsse das Finanzamt noch darüber entscheiden, ob man den Kauf der Zukunftsaktie steuerlich geltend machen könne. Sobald Fragen wie diese geklärt seien, würde auch die Frequenz der Sitzungen des Lenkungsbeirats höher werden, sagte Pletzer.

Bei der Berechnung der in die Luft geblasenen Treibhausgase im Landkreis wird etwa auch der gesamte CO₂-Ausstoß aus dem öffentlichen Personennahverkehr mit einbezogen, selbst wenn die Emissionen das Resultat umweltfreundlicher Antriebe sein sollten. Es sei natürlich "gut für den Klimaschutz", wenn Batterie- oder Wasserstoffbusse eingesetzt würden, sagte Landrat Christoph Göbel (CSU): "Aber auch diese Busse haben Emissionen und diese müssen ausgeglichen werden."

Im Jahr 2020 errechnete der Landkreis München insgesamt etwa 53 350 Tonnen an CO₂-Verbrauch für seine 29 Städte und Kommunen, rund 4670 Tonnen verbrauchte das Landratsamt in seinen Einrichtungen, den weiterführenden Schulen und durch die vom Freistaat übernommene Aufgabe der Unterbringung von Flüchtlingen. Das entspricht lauf Definition der "Zukunftsaktie" einer Ausgleichszahlung von knapp 580 200 Euro. Diese verteilen sich je zur Hälfte auf lokale und globale Klimaschutzprojekte. Zu den lokalen Initiativen gehört etwa der ökologische Waldumbau im Forstenrieder Park und der Humusaufbau durch den Anbau von Kleegras bei landwirtschaftlichen Betrieben im Landkreis. International wurden 2020 unter anderem Projekte in Mittelamerika und Ruanda gefördert.

© SZ vom 22.06.2021
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