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Energieversorgung:Regionalstrom aus Pullach

Stromleitungen bei Germering

Die Geothermiegesellschaft IEP wird zum Jahreswechsel die Mehrheitsanteile am Stromnetz in Pullach halten.

(Foto: Günther Reger)

Der kommunale Energieversorger IEP stellt an diesem Montag seine Pläne bei einem Kongress mit Diskussion vor

Mit ihrer stetig wachsenden Erdwärme-Anlage leisten die Gemeinde Pullach und ihre Geothermiegesellschaft IEP seit Jahren schon einen nennenswerten Beitrag im Kampf gegen die Erderwärmung. Jetzt will die IEP über die Gemeindegrenzen hinweg aktiv werden. Beim Kongress "Kommunale Daseinsvorsorge im digitalen Wandel" mit anschließender Podiumsdiskussion an diesem Montag, 12. November, im Pullacher Bürgerhaus (Beginn: 18 Uhr) werden nicht nur Aussteller und Referenten Chancen aufzeigen, die die Digitalisierung für Kommunen und ihre Bewohner bereithält. Helmut Mangold, Geschäftsführer der IEP, wird zudem mit der Vorstellung eines Regionalstrom-Produktes aufwarten.

Der kommunale Energieversorger, der, - vorbehaltlich einer kartellrechtlichen Genehmigung - zum Jahreswechsel die Mehrheitsanteile am Stromnetz halten wird, will als Verkäufer von regenerativ erzeugtem Strom in Erscheinung treten. "Wir streben an, eigenen Strom anzubieten, regional erzeugt und ökologisch wertvoll", sagte Mangold zur SZ. Der IEP-Geschäftsführer will dazu im Umkreis von 100 Kilometern seine Fühler nach möglichen Anbietern von Ökostrom ausstrecken, wobei er nicht nur an Geothermie denkt, sondern auch an Wasserkraft, Biomasse, Fotovoltaik und Solar. "Wir wollen mit der Daseinsvorsorge da reinkommen, wo sonst Google und Amazon drin sind", erläutert Mangold sein Vorhaben.

Neben der Erzeugung regenerativer Energie wird auf dem Kongress vor allem ihrer sparsamen und sinnvollen Verwendung breiter Raum eingeräumt, Stichworte: Smart City und Autonomes Fahren. Ersteres funktioniere nur mit Messstellen, sogenannte Smart-Meter, die an Haushalten angeschlossen würden, erklärt Mangold und liefert ein mögliches Beispiel praktischen Nutzens nach: "Ich will, dass der Akku meines Autos bis 8 Uhr früh geladen ist. Der Smart-Meter zieht den Strom dann ab, wenn er am günstigsten ist." In Zeiten des digitalen Wandels müsse mit Informationstechnologie Antworten gegeben werden, wie knappe Ressourcen schonender verwendet, wie Mobilität günstiger und flexibler, die Versorgung mit Gütern aller Art nachhaltiger und wie gleichzeitig die lokale Wirtschaft und die Bürger einbezogen werden könnten, heißt es auf dem Flyer zum Kongress, bei dem neben der IEP unter anderem ein Unternehmen als Aussteller auftritt, das Smartphone-basierte Zugangslösungen und Carsharing für Jedermann anbietet, sowie das regionale Webkaufhaus Lozuka und der Landkreis München mit seiner Klimainitiative 29++.

Von 18.30 bis 20 Uhr erwarten die Besucher Vorträge unter anderem der IEP, der Grünwalder Firma Waldhauser zum Thema Heizung und des Portals Eine Stadt zur Objektverwaltung mit NFC-Chips. Um 20 Uhr startet das Vortragsprogramm im großen Saal. Auf der Rednerliste stehen Thomas Menthe (Amazon Web Services) mit "Märkte 2020", Arwed Schmidt (Easy Miles" mit "Fahrerlose Shuttle-Busse für Pullach", die Bundestagsabgeordnete Anna Christmann, Sprecherin für Innovations- und Technologiepolitik der Grünen, sowie Gilbert Hödl von CEO Tapkey, dessen Thema: "Handybasierte Zugangssysteme oder: Wie fahre ich das Auto meines Nachbarn?" lautet. Der Kongress endet mit einer Podiumsdiskussion mit allen Referenten, Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) und IEP-Chef Mangold. Der Eintritt ist nicht nur frei. Die IEP empfängt die Besucher mit Maroni und Glühwein.

© SZ vom 12.11.2018/lb

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