Energieversorgung:Erdgas für Brunnthal

Baustelle Garching

Ein Arbeiter verschweißt in Garching eine Erdgasleitung. Bis es in Brunnthal so weit ist, wird es noch eine Weile dauern.

(Foto: Florian Peljak)

Nach den Gemeindeteilen Faistenhaar und Hofolding soll auch der Hauptort ans Leitungsnetz angeschlossen werden

Von Angela Boschert, Brunnthal

Seit einigen Jahren werden die Brunnthaler Gemeindeteile Faistenhaar und Hofolding mit Erdgas versorgt. Dort sind mehr als 130 Gebäude bereits an das Leitungsnetz angeschlossen. Daher soll auch im Hauptort Brunnthal ein Gasleitungsnetz entstehen. Zumal über ein solches eines Tages auch Wasserstoff verteilt werden könnte und damit die Möglichkeit zu noch klimaschonenderen Energiealternativen. Mit einer Befragung der Hauseigentümer will die zum Unternehmensverbund der Energie Südbayern gehörende Energienetze Bayern GmbH abklären, ob das Gasleitungsnetz wirtschaftlich betrieben werden könnte. Das Interesse der Gemeinde ist groß, weil das Neubaugebiet "Südlich der Glonner Straße" möglichst mit Erdgas versorgt werden soll. Es werde auf jeden Fall mit Versorgungsleitungen erschlossen, heißt es aus dem Rathaus.

Bei der Verlegung der Wasserleitung und Erneuerung der Fahrbahndecke in der Otterloher Straße und für das Baugebiet sei der Entschluss entstanden, möglichst ganz Brunnthal an die überregionale Erdgasversorgung anzuschließen. Ob die vorgesehene Gasleitung wirklich eines Tages zwischen Münchner Straße, Riedhauser Straße und Maurerweg verlaufen wird, hängt aber ganz entscheidend vom Interesse der Hauseigentümer ab. Die Anlieger an der Zugspitz-, Berg-, Flur-, Hofoldinger, Otterloher und Riedhauser Straße, sowie im Alm- und Alpenweg haben bereits einen Fragebogen erhalten. Gefragt wird darin auch nach dem Alter der vorhandenen Heizungsanlage und wann man von Öl- oder Strom- auf Gasheizung umsteigen würde: sofort, innerhalb von drei Jahren oder später. Damit soll der Erdgasbedarf ermittelt und der Ausbau eines Netzes geplant werden.

Das Interesse der Brunnthaler an einem Gasanschluss sei erwartungsgemäß sehr groß, sagt Tanja Erb von der Energie Südbayern GmbH. Mehr als 40 Antworten hätten sie bisher erreicht, davon hätten fast 80 Prozent Interesse an einem Erdgas-Netzanschluss bekundet. Vor allem Hauseigentümer wollten ihre alte Ölheizung ersetzen und seien froh über die mögliche Alternative. Als Argument dafür führt auch Erb an, dass der bisherige Tankraum dann anders genutzt werden könne, weil das Erdgas über eine Leitung ins Haus geliefert wird. Auch Brunnthals Bürgermeister Stefan Kern (CSU) hatte damit geworben und geschrieben, ein Gasgerät benötige wenig Platz und der gewonnene Raum könne für Hobbys und Lagerung genutzt werden.

Wesentlicher dürfte für Hauseigentümer, deren Ölheizung in die Jahre gekommen ist, allerdings die Aussicht auf Kosteneinsparung sein. Der Einbau einer modernen Heizung führt zu geringerem Energieverbrauch und somit zu geringeren Heizkosten. Durch die Umstellung von Heizöl auf einen gasförmigen Brennstoff wird zudem CO₂ eingespart und ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Doch Eigentümer werden frühestens 2022 dazu Gelegenheit bekommen. Die Energie Bayern hat dieses Jahr keine Kapazitäten mehr frei, sollte die Anzahl der Interessenten eine wirtschaftliche Umsetzung des Projekts erlauben. Dann würde in Brunnthal zunächst eine sogenannte Inselversorgung aufgebaut, weil dort noch kein direkter Anschluss an ein überregionales Gasnetz möglich ist. Gedacht ist an ein Gasleitungsnetz im Ort, das zuerst mit Flüssiggas und nach der Verbindung zur überregionalen Leitung mit Erdgas betrieben wird.

Ein Gasnetz lässt sich mit einem Wassernetz vergleichen. Es gibt Zuführungs- beziehungsweise Hauptleitungen unter den Straßen, von denen die einzelnen Netzanschlüsse für die Häuser abgehen. Die Kosten für einen Hausanschluss betragen - je nach Anzahl der teilnehmenden Haushalte - laut Tanja Erb geschätzt zwischen 3000 und 3500 Euro. Bis wann das Gasnetz aufgebaut sein könnte, sei allerdings noch "reine Spekulation", so Erb, da man erst nach den Ferien mit Beratungsgesprächen beginnen würde. Sollte es zum Bau der Leitung kommen, würde die Planung dann für 2022 laufen, verspricht Erb. Sie betont, dass die Bürger die Fragebögen noch bis Mitte September zurücksenden können.

© SZ vom 01.09.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB