Europäisches Patentamt Juristen ziehen nach Haar

Schon im Sommer soll ein Teil des Europäischen Patentamts in Haar angesiedelt sein.

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Die Behörde verlegt 2017 seine Beschwerdekammern nach Eglfing.

Von Bernhard Lohr und Stefan Galler, Haar

Jetzt ist es sicher: Die Gemeinde Haar rückt in die Europa-Liga auf. Der mit Vertretern aus 38 Ländern Europas besetzte Verwaltungsrat des Europäischen Patentamts hat mehrheitlich entschieden, die Beschwerdekammern der Behörde in Haar anzusiedeln. Damit werden mehr als 200 Juristen ihren Arbeitsplatz vom Hochhaus an der Isar hinaus nach Eglfing in das Eight-in-One-Gebäude verlegen. Dort sollen auch etwa zehn Konferenzsäle geschaffen werden, in denen Verhandlungen stattfinden. Haar kann sich also wohl auf mehr internationales Publikum einstellen. Hausintern wurde im Patentamt vor Monaten beschlossen, mit dieser Abteilung nach Haar zu gehen. Dann stimmte mehrheitlich der Finanzausschuss zu und nun der Verwaltungsrat, und zwar mit 21 Ja-Stimmen, bei sieben Nein-Stimmen und sieben Enthaltungen. Der Umzug soll einem Sprecher der Behörde zufolge im Sommer 2017 erfolgen. Im Patentamt war der Umzug, der offenbar mit einer Verkleinerung der Fläche fürs Personal um etwa 25 Prozent einher geht, umstritten. Erst am Mittwoch demonstrierten 600 Mitarbeiter in München gegen diese Pläne. Sie warfen der Behörden-Führung vor, über die Köpfe des Personals hinweg zu agieren, eine rebellische Abteilung aus dem Haus verbannen und Kosten sparen zu wollen. Das Patentamt selbst argumentiert, mit dem Umzug werde die Unabhängigkeit der Beschwerdekammern gestärkt.