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Digitalisierung:Glasfaser für Hohenbrunn

Schnelles Internet kommt, wenn 40 Prozent der Haushalte buchen

Von Stefan Galler, Hohenbrunn

Die Debatte um den stockenden Ausbau der Digitalisierung ist spätestens seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie omnipräsent. In Hohenbrunn wollen sie nun aktiv einen Beitrag dazu leisten, dass die privaten Haushalte und Unternehmen in der Gemeinde künftig ein deutlich schnelleres Internet nutzen können. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats sprach sich das Gremium einstimmig dafür aus, dass das Unternehmen Deutsche Glasfaser in Hohenbrunn dafür die Voraussetzungen schafft. Allerdings hängt eine Realisierung dieses Projekts von der Resonanz in der Bevölkerung ab. Wie Enrico Hesse, Partnermanager Kommunale Kooperation bei Deutsche Glasfaser, in der Sitzung erläuterte, müssen sich mindestens 40 Prozent der Haushalte verbindlich für einen Glasfaseranschluss entscheiden, erst dann schaffe sein Unternehmen die Voraussetzungen - das allerdings unentgeltlich für Kommune und Endkunden.

Dabei würden die drei Ortsteile Hohenbrunn Dorf, Riemerling und Luitpoldsiedlung einzeln abgefragt. "Wenn in einem der Ortsteile nur fünf Prozent der Haushalte einen Anschluss wünschen, macht es keinen Sinn, dort alles umzupflügen. Denn für die Verlegung des Netzes werden viele Straßen aufgerissen", sagte Hesse. Nun müsse man das Angebot durch eine breit angelegte Werbekampagne im Ort bekannt machen, sagte Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU).

Während VDSL-Leitungen eine maximale Downloadgeschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde bieten, ermöglicht Glasfaser bis zu 1000 Megabit in der Sekunde. Glasfaser ist entsprechend teurer: Nachdem das erste Jahr bei allen Bandbreiten 24,99 Euro im Monat kostet, differieren die Preise vom 13. Monat an erheblich: Eine 1000-Mbit-Leitung kostet 89,99 Euro im Monat, eine 300-Mbit-Leitung 44,99 Euro. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt zwei Jahre. Sollte eine entsprechende Nachfrage bestehen, werde 2021 mit dem Ausbau begonnen, mit einer Fertigstellung rechnet Hesse Ende 2022. Im Gemeinderat rannte er mit seinem Angebot offene Türen ein: "Es ist ein Armutszeugnis, welche Netze im Ort zur Verfügung stehen. Wir müssen auf Glasfaser setzen", sagte etwa Grünen-Gemeinderat Rolf Kersten.

© SZ vom 23.11.2020
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