GastronomieNeue Wirte am Deininger Weiher

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Freuen sich auf die Wiedereröffnung des Waldhauses am Deininger Weiher (von links): Max Kratzer von der Brauerei, die Wirte Julian Horvart , Christian Eckl-Nerding und Max Baumbach sowie die Verpächter Philipp und Klaus Greulich.
Freuen sich auf die Wiedereröffnung des Waldhauses am Deininger Weiher (von links): Max Kratzer von der Brauerei, die Wirte Julian Horvart , Christian Eckl-Nerding und Max Baumbach sowie die Verpächter Philipp und Klaus Greulich.
Sebastian Gabriel
  • Christian Eckl-Nerding, Maximilian Baumbach und Julian Horvat übernehmen das Waldhaus am Deininger Weiher und öffnen den Biergarten im April wieder.
  • Das Restaurant mit gehobener alpenländischer Küche soll im Mai nach Umbauarbeiten wiedereröffnen, der Biergarten bietet weiterhin bodenständige Speisen.
  • Die Südtiroler Wirtsfamilie Tschurtschenthaler hatte sich Ende vergangenen Jahres nach 15 Jahren von diesem Standort verabschiedet.
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Im April öffnen Christian Eckl-Nerding und seine beiden Mitstreiter den Biergarten des beliebten Ausflugslokals im Münchner Süden wieder. Das Restaurant mit gehobener Küche soll im Mai fertig umgebaut sein.

Von Iris Hilberth, Straßlach-Dingharting

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Vor zwei Jahren hat Christian Eckl-Nerding am Deininger Weiher geheiratet. Allein dadurch verbindet den Gastronom viel Emotionalität mit diesem Ort. Natürlich kann das kein Hauptgrund sein, eine Gaststätte zu übernehmen. Aber das Gefühl spielte auch eine Rolle, als Eckl-Nerding gemeinsam mit Maximilian Baumbach und Julian Horvat beschloss: Wir werden die neuen Wirte des Waldhauses. Im April ist Neueröffnung.

So ruhig wie in diesen frühen Märztagen trifft man das nördliche Ufer des Deininger Weihers bei Straßlach-Dingharting selten an. Schnee-Spaziergänger, Eisstockschützen und Schlittschuhläufer sind weg. Die Radfahrer und Badegäste noch nicht da. Und noch hat ja das Wirtshaus geschlossen, das zusätzlich zur oberbayerischen Bilderbuchlandschaft diesen Moorsee zu einem beliebten Ausflugsziel macht. Der Deininger Weiher gilt für viele als Wohlfühlort. Und der soll es auch bleiben, versprechen die neuen Wirte.

Ende vergangenen Jahres hatte sich die Südtiroler Wirtsfamilie Tschurtschenthaler von diesem Standort verabschiedet. Nach 15 Jahren wollten sie sich auf andere Projekte konzentrieren – etwa das Waldhaus zur alten Tram am Ortsausgang von Straßlach in Richtung Grünwald und das Wirtshaus am Rosengarten im Münchner Westpark.

Seit dem 1. Februar ist die Münchner Brauerei Hacker-Pschorr Pächter des Waldhauses. „Für uns war klar, dass wir hier weiterhin eine Gastronomie für jedermann – Ausflugsgäste, Familien und Gesellschaften – betreiben möchten“, sagt Maximilian Kratzel, Gebietsverkaufsleiter der Brauerei, bei einem Treffen mit den neuen Wirten am Deininger Weiher. Er freue sich, dass Hacker-Pschorr drei junge, aber bereits sehr erfahrene Gastronomen für das Waldhaus gewinnen konnte. „Sie haben uns sofort mit ihrem Konzept begeistert.“

Beliebtes Naherholgungsgebiet auch für die Münchner: der Deininger Weiher südlich von Straßlach-Dingharting.
Beliebtes Naherholgungsgebiet auch für die Münchner: der Deininger Weiher südlich von Straßlach-Dingharting.
Claus Schunk

In der Münchner Gastronomieszene sind Christian Eckl-Nerding und Julian Horvat bekannt. Sie betreiben gemeinsam die Szenebar Ferdings am Gärtnerplatz in der Klenzestraße. Maximilian Baumbach ist nach seiner Ausbildung bei Kuffler seit mehreren Jahren im Cateringbereich tätig. „Es ist für uns eine echte Herzensangelegenheit, das Waldhaus Deininger Weiher zu übernehmen. Wir waren sofort Feuer und Flamme“, sagte Eckl-Nerding.  Jetzt haben sie sich vorgenommen, die Gaststätte in ein „neues Zeitalter“ zu führen, das Interieur zu modernisieren, um auch junges Publikum zu begeistern.  Der Biergarten, der bereits zu Ostern öffnet, soll ein paar mehr Plätze bekommen und weiterhin bodenständige Speisen anbieten. Der Bierpreis werde sich dem in der Umgebung üblichen anpassen, heißt es.

Bis zur Eröffnung des Restaurants lassen sich die drei etwas mehr Zeit, dort soll es Anfang Mai wieder losgehen. Noch stehen ein paar Umbauten bevor. „Feinschliff“, nennt Eckl-Nerding das. Auch die Theke und der Gastraum werden derzeit renoviert. Hier soll es dann „gehobene alpenländische Küche“ geben und somit die Speisekarte nicht allein auf bayerisches Essen beschränkt sein. Sie wollen traditionelle Gerichte „zeitgemäß interpretieren“, wie sie sagen. Einen Koch haben sie dafür bereits gefunden, auch stehe genügend Personal bereit, um loszulegen. Einige aus der eigenen Familie seien im Service dabei, sagt Julian Horvat. Im Obergeschoss werden die Gästezimmer noch renoviert.

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Von Mai an soll das Gasthaus wieder für Familienfeste, Tagungen und andere Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Eisbaden im Winter und Yoga-Retreats im Sommer planen die neuen Pächter. Für Veranstaltungen eignet sich auch das Bootshaus, welches das Wirteehepaar Tschurtschenthaler zu einer Location für Feiern ausgebaut hatte. „Die Ayinger Brauerei und die Vorpächter haben einen Super-Job gemacht“, lobt Kratzel den Zustand, in dem das Wirtshaus und die Außenanlagen übergeben wurden.

Das war nicht immer so an diesem Ort. Dem Wirt, der vor Tschurtschenthalers das Waldhaus betrieb, war 2011 wegen Steuerschulden die Gaststättenlizenz entzogen worden. Er hatte damals das Gebäude verwüstet hinterlassen. Doch das ist lange her und die Eigentümer, Klaus und Philipp Greulich, freuen sich auf die neuen Wirte und sind überzeugt: „Sie werden diesen wunderbaren Ort mit viel Charme, Freude und Leben bereichern.“ Es habe viele Bewerber gegeben, „aber Gastro-Profis findet man nicht so einfach“, weiß Philipp Greulich.

Wie es mit dem 8,8 Hektar großen Areal jenseits des Wirtshauses weitergeht, wird sich laut Klaus Greulich in den nächsten Wochen entscheiden. Die Betreuung von Wegen und Liegewiesen sowie die Landschaftspflege hat fast 50 Jahre lang der Erholungsflächenverein übernommen. Der hatte aber Ende Dezember den Pachtvertrag gekündigt, weil er sich nicht mit dem Verpächter über die Einführung von Parkgebühren einigen konnte. Greulich ist nach eigenen Worten in Gesprächen mit Firmen und der Gemeinde Straßlach-Dingharting. Fest stehe: „Parkgebühren wird es keine geben.“

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