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Pandemie:83 Menschen im Landkreis infiziert

Der Nächste bitte: Externe Corona-Tests in Ismaning.

(Foto: Robert Haas)
  • Der Andrang an den ersten Teststationen in Unterföhring und Ismaning ist bereits groß.
  • Auch Haar, Unterhaching und Hohenbrunn ermöglichen Tests.
  • Landratsamt ruft Bürger zur Rücksichtnahme auf.
  • Einige Geschäfte limitieren den Verkauf von Toilettenpapier und Küchenrollen auf zwei Packungen pro Person.

In den Kommunen des Landkreises München haben die ersten externen Teststationen für Corona-Verdachtsfälle am Montag und Dienstag ihren Betrieb aufgenommen. Damit sollen das Gesundheitsamt und die Hausärzte unterstützt werden. So hat die Gemeinde Unterföhring auf dem ehemaligen Eon-Gelände an der Bauhofstraße eine Teststation eingerichtet. Auch die Gemeinde Ismaning bietet mit den Hausärzten und der Freiwilligen Feuerweh auf dem Parkplatz am Sportpark Drive-in-Tests an. Der Andrang ist groß. Oberhaching will Mitte der Woche mit Tests beginnen, die auf dem Gelände des BRK bei der Feuerwehr stattfinden sollen. Von der Nutzung des alten Bahnhofsgebäudes ist die Gemeinde wieder abgerückt.

Testergebnisse innerhalb von 24 bis 48 Stunden

Unterhaching richtet derzeit einen solche Testcenter im Ortspark ein. Auch die Gemeinde Hohenbrunn stellt eine eigene Mobile Station auf dem Gelände des Bauhofs im Gewerbegebiet Hohenbrunn (Muna) zur Verfügung, um für die Bürger schnellere Tests auf eine Infektion durchführen zu können. Die Tests können durchgeführt werden ohne das Auto verlassen zu müssen. Die Ergebnisse liegen innerhalb von 24 bis 48 Stunden vor. Die Gemeinde Hohenbrunn betreibt diese Teststation federführend auch für die Gemeinden Putzbrunn und Grasbrunn

Für alle Stationen gilt allerdings: Getestet werden nur Personen, die zuvor vom Hausarzt bestimmt wurden und einen Termin haben. Patienten mit Symptomen müssen sich also zuvor telefonisch mit ihrem Hausarzt in Verbindung setzen. Wer ohne Terminvereinbarung an die Station kommt, wird fortgeschickt. Auch Haar errichtet derzeit ein Testzentrum, allerdings teilt das Rathaus mit, dass erst noch Ärzte und Labore koordiniert werden müssen, bevor der Betrieb starten kann. Gut angelaufen ist in der Gemeinde bereits der Einkaufsservice für Menschen aus der Risikogruppe oder in Quarantäne.

Spiel- und Sportplätze sind gesperrt

Unterdessen korrigiert das Landratamt die nachgewiesenen Corona-Fälle im Landkreis am Dienstagmittag auf 83. Veranstaltungen, die bislang noch nicht abgesagt wurden, sind inzwischen gestrichen. Das Rathaus Oberhaching ist von sofort an bis 19. April geschlossen, die Mitarbeiter sind nur noch telefonisch zu erreichen. Auch in Grünwald gibt es vorübergehend keine allgemeinen Öffnungszeiten mehr. Persönliche Vorsprachen sind nur noch nach individueller Terminvereinbarung mit dem zuständigen Mitarbeiter möglich

Auch die Spielplätze und Sportanlagen sind bayernweit seit diesem Dienstag gesperrt. Die Kontrolle der Krisenmaßnahmen liegt bei den Kommunen. Daher wurden etwa in Unterföhring und Haar an Spielplätzen Schilder angebracht, Bürgermeisterin Gabriele Müller hofft auf die Eigenverantwortung, Vernunft und Rücksichtnahme in der Bevölkerung. Man könne und wolle keine Kontrolleure neben Spielplätze stellen.

Das Landratsamt appelliert auch an Einzelhändler, deren Läden zur Versorgung der Bevölkerung geöffnet bleiben dürfen, auf die Einhaltung der Empfehlungen und Regelungen zu achten. So sei ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Kunden einzuhalten, im Wartebereich dürften sich nicht mehr als zehn Personen gleichzeitig aufhalten. Gesundheitsamtsleiter Gerhard Schmid, betont, dass alle Maßnahmen dazu dienten, die Erkrankungskurve flach zu halten und so die Ausbreitung zu verlangsamen. "Ich verstehe sehr gut, dass die Menschen momentan verunsichert sind", so Schmid. Dennoch könne ein Test nur dann erfolgen, wenn dies aus Sicht eines Arztes eindeutig angezeigt sei. Die Anfragen aus der Bevölkerung nach Virenabstrichen hätten wegen der dezentralen Testzentren deutlich zugenommen. Grundsätzlich gelte: Im Verdachtsfall ist zunächst telefonisch der Hausarzt oder der kassenärztliche Bereitschaftsdienst unter der 116 117 zu kontaktieren. Wer sich krank fühlt, sollte in jedem Fall zu Hause bleiben.

Die Volkshochschulen stellen teilweise um auf Online-Angebote. So bietet die VHS Südost diese Woche verschiedene Vorträge an, an denen man von zu Hause aus via Internet teilnehmen kann. Auch der Yogalounge Pullach hat nun Kurse per Livestream im Angebot.

© SZ vom 18.03.2020 / hilb, sab, case/hilb
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