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Coronavirus:SPD will kürzere Quarantäne

Zahl der Neuinfektionen geht über das Wochenende zurück

Die Sozialdemokraten im Landkreis München fordern den Landrat zu einem Umsteuern in der Corona-Politik auf. Der SPD-Kreisvorsitzende Florian Schardt kritisiert insbesondere die Handhabung mit der verordneten Quarantäne: "14 Tage Quarantäne trotz Vorliegen zweier negativer Tests. Das ist erstens ein unnötiger Eingriff in die Freiheitsrechte, zweitens entsteht vermeidbarer Aufwand bei der Nachverfolgung", findet er. Schardt ist der Ansicht, der Landkreis solle sich am Vorgehen der Landeshauptstadt München orientieren und die Quarantäne aufheben, wenn nach fünf bis sieben Tagen ein zweites, negatives Testergebnis vorliegt. Das Gesundheitsamt sei erkennbar überfordert, auch befänden sich gerade mehrere hundert - oft noch kleine - Kinder in Quarantäne.

Die SPD mahnt zudem eine bessere Abstimmung zwischen Gesundheitsamt und Kommunen an. "Es vergeht zu viel Zeit, bis die Kommunen die Infos bekommen, die sie brauchen, um die Kontakte wirksam nachverfolgen zu können", so Schardt. Es häuften sich Berichte, dass Kindergarten- und Schulleitungen sowie die betroffenen Eltern auf klare Anweisungen warten müssten, teilweise über eine Woche, berichtet die SPD. Unterschleißheims Bürgermeister Christoph Böck (SPD) kritisiert, dass die Verantwortung auf die Schulleitung verlagert werde, ob eine Klasse zu Hause bleiben soll oder nicht. "Hier braucht es klare Regeln durch das Gesundheitsamt im Landratsamt", so Böck.

Über das Wochenende sind im Landkreis elf Neuinfektionen dazugekommen. Von Freitag auf Samstag meldete das Landratsamt sieben positive Tests, bis Sonntag kamen noch einmal vier dazu. Damit steigt die Anzahl der insgesamt seit 4. März bestätigten Corona-Fälle auf 2058. Als aktuell infiziert gelten 171 Personen, als statisch genesen 1791. Seit 26. März wurden insgesamt 96 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus bestätigt (Stand: Sonntag, 14 Uhr). Die Sieben-Tage-Inzidenz für den Landkreis München wurde vom Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zuletzt am Samstag ermittelt, da betrug sie 26,37.

Je zwei der neuen Infektionen wurden in Unterföhring und Unterschleißheim festgestellt, je ein Fall kam in Feldkirchen, Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Oberhaching, Sauerlach, Oberschleißheim, Brunnthal und Aying dazu. Die meisten Neuinfizierten sind im Alter zwischen 35 und 59 Jahren. Bei den Jüngeren zwischen 15 und 34 Jahren und denn Älteren zwischen 60 und 79 gab es je zwei positive Tests.

© SZ vom 28.09.2020 / hilb

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