bedeckt München 30°

Coronavirus im Landkreis München:Mehr Tote, weniger Neuinfektionen

Ein Zelt ermöglicht den kontaktlosen Besuch in der Parkresidenz Helmine Held, einem Altenheim in Grünwald.

(Foto: Privat)

Aktuell sind 100 Menschen an Corona erkrankt, 55 gestorben. Grünwalder Altenheim ermöglicht Begegnungen

Im Landkreis München sind weitere drei Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Wie das Landratsamt am Freitag mitteilte, handelt es sich um eine knapp 90-jährige Frau, einen Mann Mitte 70 und einen Mann Anfang 90. Damit hat sich die Zahl der Toten auf 55 erhöht (Stand: Freitagmittag). Allerdings gibt es nach Darstellung des Landratsamts vom Donnerstag weiter 20 bis 30 Todesfälle, bei denen die genaue Ursache ungeklärt ist, sodass sich die Zahl der Corona-Toten weiter erhöhen kann.

Seit Donnerstag sind dafür nur zwei neue bestätigte Infektionen hinzugekommen Damit gibt beziehungsweise gab es seit Meldung der ersten nachgewiesenen Erkrankung im Landkreis am 4. Februar insgesamt 1361 Corona-Fälle. Die Zahl der aktuell im Landkreis Infizierten verringert sich dennoch zum Vortag, da insgesamt sechs Personen aus verschiedenen Gründen (Wegzug oder doppelte Erfassung) aus der Statistik fallen, wie das Landratsamt mitteilt. Aktuell sind damit 100 Personen infiziert; 1206 Personen gelten mittlerweile als statistisch genesen. Darin enthalten sind alle Personen, bei denen der Beginn der Quarantäne 14 Tage oder länger zurückliegt. Die tatsächliche Krankheitsdauer variiert, daher kann es sein, dass Personen auch nach Ablauf der zwei Wochen noch Symptome haben, andere aber nach wenigen Tagen wieder gesund sind.

Bei den bis 14-Jährigen sind 62 bestätigte Infektionen dokumentiert, 331 gibt es bei den 15- bis 34-Jährigen. Nach wie vor die meisten positiven Tests weist weiterhin die Altersgruppe der 35- bis 59-Jährigen mit 584 Erkrankten aus, bei den bis 79-Jährigen werden 209 Fälle gemeldet, bei den noch Älteren haben sich 175 Personen infiziert. Die Fallzahlen für die 29 Städte und Gemeinden weisen alle bestätigten Infektionen seit Beginn der Testungen aus, unabhängig davon, ob die Betroffenen bereits wieder genesen sind.

Unterdessen erweisen sich Alteneinrichtungen im Landkreis als findig, um Voraussetzungen zu schaffen, damit Bewohner wieder ohne Ansteckungsrisiko Besuch empfangen können. So ist an der Parkresidenz Helmine Held, einer Senioreneinrichtung der Schwesternschaft München vom Bayerischen Roten Kreuz in Grünwald, ein Begegnungszelt aufgestellt worden. Seit dieser Woche können die Bewohner dort wieder Besuch von ihren Angehörigen und Freunden empfangen. Getrennt durch eine transparente Scheibe können sie persönlichen Kontakt aufnehmen - und sind dennoch vor Ansteckung durch das Coronavirus geschützt.

Angedockt an der Nordseite des Hauses, direkt unter dem alten Eingangsschild Schwesternheim Grünwald, sind nach sechs Wochen Besuchsverbot in dem Zelt endlich wieder persönliche Begegnungen möglich. Um dennoch alle Beteiligten bestmöglich zu schützen, benutzen die Besucher den Eingang auf der Außenseite, betreten also das Gebäude nicht. Die Senioren kommen von der anderen Seite durch den Mittelbau. Dabei werden sie von Mitarbeitern zu dem hausseitigen Zelteingang begleitet und nach der Besuchszeit wieder abgeholt.

Heimleiterin Heidi Sogawe ist klar, dass sie viel Geduld und Verständnis fordert. "In diesen schwierigen Zeiten ist es unsere Hauptaufgabe die Bewohner, die zur Hochrisikogruppe zählen, so gut wie möglich zu schützen", versichert sie. Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, schützt eine transparente Scheibe zwischen Besuchern und Bewohnern vor der Virus-Übertragung, beeinträchtigt aber die Kommunikation nicht. Zu den Hygiene- und Abstandsregeln zählt eine vorherige Händedesinfektion, das Tragen von Mund-Nasen-Schutz, eine entsprechende Reinigung des Zeltes sowie eine strikte Organisation der Begegnungen. "Während der täglichen Besuchszeiten von 9 bis 11 Uhr sowie von 14 bis 18 Uhr müssen wir die Dauer der einzelnen Besuche auf 20 Minuten begrenzen", bedauert die Heimleitung und bittet um eine vorherige telefonische Anmeldung unter Telefon 089/64 145-0.

Die Fallzahlen nach Orten: Aschheim 31, Aying 26, Baierbrunn 14, Brunnthal 14, Feldkirchen 14, Garching 71, Gräfelfing 52, Grasbrunn 13, Grünwald 60, Haar 77, Hohenbrunn 27, Höhenkirchen-Siegertsbrunn 28, Ismaning 86, Kirchheim 45, Neubiberg 43, Neuried 23, Oberhaching 66, Oberschleißheim 38, Ottobrunn 67, Planegg 86, Pullach 35, Putzbrunn 14, Sauerlach 17, Schäftlarn 18, Straßlach-Dingharting 11, Taufkirchen 68, Unterföhring 33, Unterhaching 160, Unterschleißheim 124.

© SZ vom 16.05.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite