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Coronavirus:Filter für die Grundschule

Grasbrunn schafft nun doch Luftreinigungsgeräte an

Die Gemeinde Grasbrunn schafft nun doch Luftreinigungsgeräte für ihre Grundschule an. Obwohl schon voriges Jahr die Kinder monatelang wegen der Corona-Pandemie nicht in die Schule konnten und seit Mitte Dezember erneut zu Hause bleiben mussten, rang sich der Gemeinderat erst jetzt, da zumindest die Grundschüler wieder zeitweise Präsenzunterricht haben, zum Ankauf von 27 Filteranlagen durch - für jedes Klassenzimmer eine. Andere Gemeinden im Landkreis wie etwa Unterföhring und Grünwald waren schneller: Sie haben schon zu Beginn des neuen Schuljahres in die Technik investiert, die von Experten für wirksamer als Stoßlüften gehalten wird.

Immerhin beschloss der Gemeinderat - bei einer Gegenstimme - die Geräte unabhängig von einer möglichen staatlichen Beteiligung an den Kosten zu kaufen. "Wenn man die Geräte für sinnvoll hält und diese die Kinder schützen, dann darf man den Kauf nicht von einer Förderung abhängig machen", sagte Paul König (CSU). Dass die Entscheidung des Gemeinderats erst jetzt fiel, hängt allerdings sehr wohl mit der Aussicht auf eine Förderung durch den Freistaat zusammen. Als der Gemeinderat im November erstmals über die Anschaffung von Luftfiltern beriet, bezuschusste der Staat diese nur für Zimmer, die sich nicht durch das Öffnen der Fenster lüften ließen. Solche Klassenräume gibt es in der Grasbrunner Grundschule aber nicht. Immerhin 64 000 Euro kosten die 27 Geräte, hinzu kommen jährlich etwa 2000 Euro für den Wechsel der Filter und alle drei bis vier Jahre knapp 11 000 Euro für den Hauptfilter.

Die Kindertagesstätten in der Gemeinde werden im Gegensatz zur Schule vorerst nicht mit Filtergeräten ausgestattet. Für diese wären 39 Stück notwendig, wie die Gemeindeverwaltung ausgerechnet hat. Laut Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) gibt es bisher aber noch keine Hinweise, dass die Filter Infektionen in Kindergärten, Krippen und Hort senken. In diesen Einrichtungen könne zudem "das Geschehen leichter nach draußen verlagert werden". Ebenfalls nicht angeschafft werden Trennwände aus Plexiglas für die Bänke in den Klassenzimmern. Bürgermeister Korneder zufolge hält die Rektorin Trennwände zum Infektionsschutz in der Altersgruppe der Sechs- bis Zehnjährigen für schwierig umsetzbar, zumal die Grundschüler auch vor dem Klassenzimmer und auf dem Pausenhof zusammenstünden. Auch könnten sich Aerosole über die Trennwände hinweg verbreiten.

© SZ vom 05.03.2021 / lb
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