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Sauerlach:St. Corona, bitte für uns!

Im Sauerlacher Ortsteils Arget in einem kleinen Waldstück steht die Corona-Kapelle.

(Foto: Claus Schunk)

Der Heiligen ist in Arget eine Kapelle geweiht. Sie wurde 1672 in einem kleinen Waldstück errichtet.

Von Michael Morosow, Sauerlach

Corona ist ein Fluch, daran wird derzeit auf dem ganzen Erdball nicht gezweifelt. Doch dass Corona auch segensreich wirken kann, wissen vor allem die Bewohner des Sauerlacher Ortsteils Arget. Mitten in einem kleinen Waldstück steht sie, die Corona-Kapelle, und das schon seit 1672. Sie wurde errichtet zu Ehren der heiligen Corona, die als Patronin des Geldes, der Fleischer und Schatzgräber gilt und laut Heiligenlexikon auch als Schutzpatronin gegen Seuchen. Das Corona nun ausgerechnet wegen Corona angerufen wird, mag ein wenig bizarr wirken, aber am Mittwoch war dies der Fall.

Sprachen Gebete für die Genesung der am Corona-Virus erkrankten Menschen: die Erzpriester Apostolos Malamoussis (links) und Georgios Vletsis.

(Foto: Privat)

Anlässlich der Corona-Pandemie haben die in München tätigen Geistlichen der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland, Erzpriester Apostolos Malamoussis und Erzpriester Georgios Vletsis, ein orthodoxes Bittgebet in der St.-Corona-Kapelle in Arget bei Sauerlach gesprochen. Dazu muss man wissen, dass die heilige Corona sowohl in der römisch-katholischen Kirche (am 14. Mai ) wie auch in der orthodoxen Kirche (am 11. November) als Heilige verehrt wird. Ihre Leidensgeschichte klingt schrecklich: Als 16-Jährige wurde sie der Legende nach ihres Glaubens wegen zum Tode verurteilt und zwischen zwei Palmen festgebunden. Als diese auseinander schnellten, riss es ihren Körper in Stücke. Um 175 nach Christus soll das in Syrien oder Ägypten gewesen sein.

Die Wallfahrten uferten aus

Warum dann in Arget eine Corona-Kapelle errichtet wurde und die Heilige mehrere Tausend Kilometer von ihrem Wirkungsort entfernt über Jahrhunderte hinweg eine große Rolle spielte, darüber gibt es eine nette Geschichte: 1599 soll ein Ehepaar in Arget ein Holzbild gefunden haben und es mit zu sich nach Hause genommen haben. Auf wundersame Weise soll dieses Bild immer wieder zurück an den Fundort gelangt sein, für die Menschen damals Anlass, eine Kapelle zu errichten, in der in der Folge dreimal im Jahr Gottesdienst gefeiert wurde. Die Wallfahrten uferten über die Jahre aber derart aus, dass der zuständige Pfarrer pikiert notierte: "Die Jungen trinken, tanzen und springen, raufen und schlagen." 1807 ließ er die Kapelle abreißen. Mit den Steinen soll der Wirt von Arget einen Schweinestall errichtet haben, der ihm aber kein Glück gebracht haben soll, weshalb er die Steine 1820 für den Wiederaufbau der Kapelle hergab.

Komplett renoviert wurde die Kapelle zuletzt 1986. Gelegentlich finden Maiandachten dort statt.

© SZ vom 19.03.2020/hilb

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