Gastronomie:Wo 105 Jahre genascht wurde, wird künftig geschwitzt

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Nur noch ein paar Tage hat das Café Richter in Planegg geöffnet, dann schließt Juniorchef Christian Asemann das Traditionshaus nach 105 Jahren. (Foto: Catherina Hess)

Nach fünf Generationen schließt das Café Richter in Planegg Ende Mai, weil es immer weniger Konditoren gibt und die große Zeit von Prinzregententorte und Käsesahne vorbei ist. Die bittere Pointe: An Stelle des Süßigkeitentempels zieht ein Fitnessstudio ein.

Von Annette Jäger, Planegg

Sich etwas Gutes tun - früher bedeutete das, sich ein schönes Stück Torte gönnen. Und das nicht nur sonntags. Die Prinzregententorte, der Nusskuchen, die Käsesahne waren Alltagsbegleiter. Heute heißt sich Gutes tun, noch eine Runde auf dem Crosstrainer schwitzen, seinen Körper fit und schlank halten und täglich drei Portionen Gemüse essen. Wenn die Konditorei und Confiserie Café Richter in Planegg am 31. Mai nach 105 Jahren für immer die Ladentüren schließt, ist das auch Ausdruck dieses gesellschaftlichen Wandels. Eine Kaffee-Kuchen-Kultur, die ihre Wurzeln in der Nachkriegszeit hat, zieht aus und es klingt wie eine Pointe, dass in die Verkaufsräume in der Bahnhofstraße ein Personal-Trainer einzieht. Eines ist sicher: Mit dem Ende des Cafés Richter schließt eine Institution, die weit über die Ortsgrenzen hinaus ihre Stammkunden bediente. Und die - das ist nicht übertrieben - weinen zum Abschied.

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