Das „Café Brandwerk“ in Taufkirchen öffnet am kommenden Wochenende ein letztes Mal. Jedoch nur noch, um Abschied zu feiern. Und dann dürfte neben dem Duft von Kaffee und Kuchen viel Wehmut in der Luft liegen. Denn die 2017 eröffnete Gastronomie an der Tölzer Straße, die sich vor allem als Frühstückslokal einen Namen über die Ortsgrenzen hinaus gemacht hat, schließt ihre Türen für immer. Der Betrieb habe Insolvenz angemeldet, berichtete Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) im Gemeinderat. Und in der Ankündigung zum Abschiedsfest heißt es: „Nach einer langen, intensiven und sehr persönlichen Zeit schließen wir das Café Brandwerk endgültig.“
Diese Entwicklung hatte sich schon vor eineinhalb Jahren abgezeichnet. Damals wurde bekannt, dass die gemeindeeigene Taufkirchner Wohnungsbaugesellschaft (TWG), der die Immobilie an der Tölzer Straße gehört, einen Nachmieter für das Café Brandwerk sucht. Als Grund für den geplanten Abschied gab Ingo Jänike, der das Lokal mit Alexandra Huber führt, gesundheitliche Gründe an; zugleich verwies er aber auch auf die wirtschaftliche Lage. So habe die Pandemie den Betrieb „viel Geld gekostet“. Hinzu seien eine schwierige Personalsituation und 2022 ein Wasserschaden im Gebäude gekommen. Dennoch versicherte Jänike damals: „Wir machen hier auf jeden Fall so lange weiter, bis ein Nachmieter gefunden ist.“
Tatsächlich lagen die Verhandlungen mit einem potenziellen Nachfolger im vergangenen Jahr bereits in den letzten Zügen, scheiterten aber kurz vor der geplanten Neuverpachtung. Laut TWG stehen im „Café Brandwerk“ 300 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Die monatliche Nettomiete liege bei 2400 Euro; hinzu kämen 1500 Euro Nebenkosten. Auf Basis dieser Rahmenbedingungen macht man sich im Rathaus jetzt auf die Suche nach einem neuen Pächter. Zunächst müsse aber geklärt werden, inwieweit das Inventar im Lokal zur Insolvenzmasse zähle, sagt Sander. Er hofft jedenfalls, dass schon bald ein Nachmieter für das stets gut besuchte Café gefunden wird. „Da hat’s ja immer gebrummt“, sagt der Bürgermeister.
Derweil wird das Café, das laut eigenen Angaben „aus persönlichen Gründen“ schon seit Mitte Januar geschlossen ist, seine Türen noch ein letztes Mal öffnen. Am Samstag, 31. Januar, von 17 bis 22 Uhr und am Sonntag, 1. Februar, von 10 bis 17 Uhr gebe es „Essen, Kaffee, Kuchen, Getränke und alles, was unser Lager noch hergibt“, heißt es in der Ankündigung. „Vor allem aber möchten wir Zeit haben. Für Gespräche. Für Erinnerungen. Für einen ehrlichen Abschied.“

