Bundeswehr-Universität:Aufmarsch zum Fünfzigsten

Bundeswehr-Universität: Mit einem Festakt in der Allerheiligen-Hofkirche der Residenz begeht die Bundeswehr-Universität München ihr 50-jähriges Bestehen.

Mit einem Festakt in der Allerheiligen-Hofkirche der Residenz begeht die Bundeswehr-Universität München ihr 50-jähriges Bestehen.

(Foto: Robert Haas)

Mit einem Festakt in der Residenz begeht die Hochschule in Neubiberg den Abschluss ihrer Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr.

Von Lars Brunckhorst, München/Neubiberg

Wenn zu einem Geburtstag Minister und Staatssekretäre, Generäle und Admiräle aufmarschieren, dann muss es sich schon um einen ganz besonderen handeln. Mit gerade einmal 50 Jahren hat die Bundeswehr-Universität zwar im Vergleich zur LMU, die 1472 gegründet wurde, eher kein historisches Alter; etwas ganz Besonderes ist sie aber eben doch: Eine vergleichbare Hochschule gibt es außer in München, genauer im Vorort Neubiberg, nur noch in Hamburg, und München und Bayern haben es einem Hamburger zu verdanken, dem damaligen Verteidigungsminister und späteren Bundeskanzler Helmut Schmidt, dass diese 1973 hier - zunächst in der Stetten-Kaserne in Schwabing - gegründet wurde.

Und so kam zum Festakt am Mittwoch in der Allerheiligen-Hofkirche der Residenz neben Offizieren und Professoren nahezu alles, was in Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur im Raum München einen Namen hat. Nur einer, der ebenfalls vorgesehen war, fehlte: Ministerpräsident Markus Söder musste an diesem Spätsommernachmittag offenbar wegen den Folgen der Landtagswahl an anderer Front kämpfen.

Bundeswehr-Universität: Festredner zum Festakt: Der ehemalige Brigadegeneral und Astronaut Thomas Reiter, Uni-Präsidentin Eva-Maria Kern und Wissenschaftsminister Markus Blume (von links).

Festredner zum Festakt: Der ehemalige Brigadegeneral und Astronaut Thomas Reiter, Uni-Präsidentin Eva-Maria Kern und Wissenschaftsminister Markus Blume (von links).

(Foto: Robert Haas)

So blieb es seinem Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) und Verteidigungsstaatssekretär Nils Hilmer (SPD), der wiederum seinen Minister Boris Pistorius vertrat, überlassen, neben Uni-Präsidentin Eva-Maria Kern und Ursula Münch von der Akademie für Politische Bildung in Tutzing das Herausragende der Universität zu betonen, an der internationale Spitzenforschung auf Gebieten wie Cybersicherheit und Raumfahrt betrieben wird und Offiziersanwärter eine akademische Ausbildung erhalten. Denn das war ja der Grundgedanke hinter der Idee Schmidts, eigene Universitäten der Bundeswehr zu schaffen: die Offiziersausbildung zu professionalisieren und die Einbindung der "Bürger in Uniform" in die Gesellschaft zu stärken.

Das gelang in der Vergangenheit nicht immer, wie Demonstrationen gegen öffentliche Beförderungsappelle zeigten. Doch seit sich die weltpolitische Lage mit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine und neuerdings dem Terrorangriff der Hamas auf Israel dramatisch verändert hat und damit auch die gefühlte Sicherheitslage Deutschlands, ist das Ansehen der Bundeswehr und ihrer Soldaten nachhaltig gestiegen. Der Termin für die Geburtstagsfeier - im Grunde wird in Neubiberg schon das ganze Jahr gefeiert - hätte so gesehen kaum günstiger fallen können.

Bundeswehr-Universität: Prominente Köpfe der Universität: Die Professoren Carlo Masala (links) und Norbert Gebbeken werden beim Festakt in der Residenz mit Preisen für ihre Forschungsarbeit ausgezeichnet.

Prominente Köpfe der Universität: Die Professoren Carlo Masala (links) und Norbert Gebbeken werden beim Festakt in der Residenz mit Preisen für ihre Forschungsarbeit ausgezeichnet.

(Foto: Robert Haas)

Die Redner des Festakts, der ehemalige Brigadegeneral und Esa-Astronaut Thomas Reiter, selbst Absolvent der Münchner Bundeswehr-Uni, sowie Siemens-Vorstand Roland Busch rannten bei den Zuhörern daher offene Türen ein mit ihren Appellen für einen Forschungs- und Innovationsschub, um Deutschland und Europa aus sicherheitsgefährdenden Abhängigkeiten zu befreien. Angesichts dieser Einmütigkeit von Wirtschaft und Wissenschaft und dem Elan, den Uni-Präsidentin Kern beschwor, dürfte dann trotz aller Weltkonflikte nach dem Dafürhalten der meisten Gäste der Song "Happy" von Pharrell Williams völlig in Ordnung gehen, den die Bigband der Uni spielte, ehe im Max-Joseph-Saal der Residenz weiter gefeiert wurde.

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