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Bundestagswahl:Das neue Gesicht der SPD

Kandidaten unter sich. Der neue SPD-Bundestagskandidat Korbinian Rüger (links) mit dem ehemaligen Kanzlerkandidaten Martin Schulz bei einer Diskussionsveranstaltung 2019 in Haar. Rüger ist froh, bei seiner Nominierung nicht wie einst Schulz hundert Prozent Zustimmung bekommen zu haben.

(Foto: Claus Schunk)

Der Planegger Korbinian Rüger wird bei der digitalen Delegiertenversammlung zum  Kandidaten gekürt.

Von Martin Mühlfenzl

Die erste Abstimmung gewinnt Hansi Flick. Mit großer, aber nicht ganz großer Mehrheit stimmen die Genossen dafür, dass der Noch-Trainer des FC Bayern Bundestrainer werden soll. Verbindlichen Charakter hat diese Online-Abstimmung am Donnerstagabend nicht - sie dient nur der Probe. Ganz anders die zweite: Bei der wählen die Mitglieder des Unterbezirks München-Land den Planegger Korbinian Rüger, 32, mit 98,7 Prozent zu ihrem Direktkandidaten für die Bundestagswahl am 26. September.

Genau genommen entfallen auf ihn bei der digitalen Delegiertenversammlung 75 von 76 Stimmen - und der neue Kandidat freut sich über die eine Nein-Stimme, die ihn vor "dem schlimmen SPD-Trauma" bewahre, das einst der 100-Prozent-Kanzlerkandidat Martin Schulz der SPD hatte erleiden müssen: der tief Fall nach dem steilen Aufstieg.

Rüger tritt das Erbe der Bundestagsabgeordneten Bela Bach an, die nach ihrem erfolglosen Kampf um einen aussichtsreichen Platz auf der Liste der Bayern-SPD ihren Rückzug aus der Politik angekündigt hatte. Die Genossen wollten aber nicht zurückblicken, sondern versammelten sich hinter ihrem Kandidaten. Auch in dem Wissen, dass der Kampf um das Direktmandat nahezu aussichtslos ist, sagte der Kreisvorsitzende Florian Schardt, es sei wichtig, "Flagge zu zeigen". "Und heute werden wir unser Gesicht präsentieren."

Rüger, der dieses Gesicht ist, sagte, keiner sei "aus Zufall in der SPD", alle hätten "den Drang, die Gesellschaft etwas besser zu machen". Er wolle beitragen, eine Gesellschaft zu schaffen, in der alle die gleichen Chancen hätten. Rüger warb für Investitionen in den Personennahverkehr, nannte den Klimaschutz ein klassisches sozialdemokratisches Thema und rückte die Bereiche Bildung und Wohnen in den Fokus. Ewald Matejka, ehemaliger Präsident des SV Heimstetten, sagte: "Ich habe viele Spiele erlebt, bei denen wir vorher gewusst haben, dass wir keine Chance haben - gekämpft haben wir trotzdem."

© SZ vom 08.05.2021
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