Hans Stießberger und Horst Wiedemann hat bisher schon viel verbunden. Jetzt ist noch ein wesentliches Element dazugekommen. Die Stadt Haar hat beiden die Bürgermedaille für ihre Verdienste verliehen. Sie würdigt mit dieser ersten Verleihung nach 18 Jahren Pause zwei Persönlichkeiten, die über Jahrzehnte den Ort geprägt haben.
Stießberger, 78, gehörte für die CSU von 1996 bis 2014 dem Gemeinderat an. Wiedemann, 92, war mit kurzer Unterbrechung von 1972 bis 2025 für die SPD dort Mitglied. Ihre Wirkung entfalteten beide weit über das Gremium hinaus. Sie dürfen sich sogar mit Fug und Recht als gemeinsame Paten der 2025 vollzogenen Stadterhebung verstehen.

Hans Stießbergers Großvater war 1918 nach Haar gezogen und hatte dort ein Sägewerk gekauft. In der Folge wurde die Familie zu einer prägenden Kraft in der Gemeinde und Stießberger folgte mit einer gewissen Zwangsläufigkeit seinem Vater im Gemeinderat nach. Er wurde CSU-Fraktionschef und dritter Bürgermeister und zeigte als Baureferent über viele Jahre, wie man mit ruhiger, zupackender Hand eine Gemeinde voranbringt.
Unzählige Stunden verbrachte er auf Baustellen und koordinierte Projekte. Mit Horst Wiedemann als politischem Gegenüber bildete er um die Jahrtausendwende ein parteiübergreifend funktionierendes Duo, das 2000 einen Antrag zur Stadterhebung auf den Weg brachte. Damals scheiterte dieser noch. 25 Jahre später bekamen sie mit ihren Ambitionen recht.

Horst Wiedemann stammt aus dem Sudentenland und baute sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Haar sein Leben auf. Er gab mit den Anstoß für das Ernst-Mach-Gymnasium und brachte als langjähriger stellvertretender Leiter des Grafinger Gymnasiums die Schullandschaft im Münchner Osten voran. Maßgeblich war sein Einfluss auf die Gestaltung des Haarer Ortszentrums, wo nach dem Kauf des Inselfilm-Geländes der Gasthof Zur Post, das Bürgerhaus und auch abrundend das Rathaus und das Seniorenzentrum entstanden.
Harte Kämpfe wurden ausgefochten, doch Wiedemann stand bis zuletzt für die mit Stießberger vorgelebte parteiübergreifende Zusammenarbeit. Mit diesem verbindet ihn nicht zuletzt, dass er an der Schule einst sein Lehrer war.

