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Bürgerentscheid:Oberschleißheimer wollen die Unterführung

Die Oberschleißheimer haben den Stau satt. Parallel zur Europawahl am 26. Mai votieren sie in einem Bürgerentscheid mehrheitlich mit 54,1 Prozent für den Bau einer Bahnunterführung im Ort an der B 471. Doch ob die "Entzerrung des höhengleichen Bahnübergangs an der Dachauer Straße" tatsächlich realisiert wird, ist weiter fraglich. Denn nur wenige Wochen nach dem Bürgerentscheid, den maßgeblich die Initiatorin Gerlinde Kufer auf den Weg gebracht hat, verkündet Stefan Rinderer, der als Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt Freising für die Bundesstraßen im Landkreis München zuständig ist, dass eine Unterführung an dieser Stelle aufgrund der topografischen Gegebenheiten kaum zu realisieren sei. Als "beinahe unlösbar" bezeichnet Rinderer im Mobilitätsausschuss des Kreistags im Juli den Auftrag, der mit dem positiven Votum beim Bürgerentscheid verbunden ist. Daraufhin entbrennt eine harte, politische Debatte. Oberschleißheims Bürgermeister Christian Kuchlbauer (Freie Wähler) kritisiert Rinderer und das Bauamt und sagt, er habe mit dem Bürgerentscheid einen "politischen Auftrag" erhalten, Entscheidungen würden nicht im staatlichen Bauamt gefällt, so der Rathauschef weiter. Der Oberschleißheimer Landtagsabgeordnete und Kreisrat der Grünen, Markus Büchler, hingegen spricht von einer "Frontalwatschn" für Kuchlbauer, dieser sei "krachend gescheiter" - und damit auch der Bau einer Bahnunterführung. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens hingegen halten weiter an dem Projekt fest.

© SZ vom 27.12.2019 / müh

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