Brunnthal:Eigenbedarf kann gedeckt werden

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Im neuen Seniorenzentrum Hofolding-West erhalten Bürger der Gemeinde ein Belegungsvorrecht. Entstehen werden auch Wohnungen für Mitarbeiter.

Von Angela Boschert, Brunnthal

Die Gemeinde Brunnthal wird ihren Eigenbedarf an Pflegeplätzen bald selbst decken können. Dies war eines der wichtigen Erkenntnisse der Bürgerversammlung im Landgasthof zum Thema Seniorenzentrum in Hofolding-West am Donnerstagabend. Bürgermeister Stefan Kern (CSU) und Projektleiterin Sabine Loritz stellten klar, dass es in der geplanten Einrichtung mit 70 Vollzeit- und 20 Kurzzeitpflegeplätzen nebst Tages- und Kurzzeitpflege sowie Mitarbeiterwohnungen ein Belegungsvorrecht für Brunnthaler Bürger geben werde. Aber das Seniorenzentrum wird auch benötigt, um den wachsenden Bedarf über die Gemeinde hinaus im Landkreis München decken zu können.

Hartmut Joithe, Vorstand der Novita-Stiftung und der Leonhard Poth Stiftung mit Verwaltungssitz in Oberhaching, erläuterte, Betreiber werde die Firma "Seniorenzentrum Brunnthal-Hofolding", eine gemeinnützige Tochtergesellschaft beider Stiftungen. Investor sei die schwedische Rentenkasse Hemsö, dort einer der führenden Eigentümer von Sozialimmobilien.

Bewohner sollen Teil der Dorfgemeinschaft bleiben

Auf dem etwa 15 000 Quadratmeter großen Grundstück an der Sauerlacher Straße soll ein "Quartier für ältere und junge Brunnthaler Bürger" entstehen, hieß es, mit zeitgemäßem Konzept wie im "Rudolf und Maria Gunst-Haus" in Gräfelfing und dem gemeinnützigen "Maria Stadler Haus" in Haar. Auch dort ist Joithe Geschäftsführer. Er sagte, aus dem Leben in Verwahranstalten der Sechzigerjahre sei für Senioren eines "in Privatheit, in Gemeinschaft und in der Öffentlichkeit" zum Standard geworden. So werde in Brunnthal ein Quartier entstehen, zu dem neben dem Pflegeheim, Wohneinheiten mit niederschwelliger Betreuung und Tagespflegeplätze gehörten sowie ein Caféhaus mit Mehrzwecknutzung. Zum Konzept zähle, dass die Zimmer der Pflegebedürftigen zur Mikro-Wohnung mit kleiner Küche und auf Wunsch eigenen Möbeln würden. Durch eine "gute Stube" mit Kamin in jeder Wohngruppe werde das Leben in Gemeinschaft möglich und durch den Austausch im Caféhaus komme ein Leben in der Öffentlichkeit zustande.

Insgesamt sieht das wohlklingende Konzept die Gemeinde Brunnthal als "Caring Community", mit der aktiver Austausch gepflegt werde und die Bewohner so Teil ihrer Dorfgemeinschaft blieben. Die vorgesehenen Kosten für die Bewohner von etwa 99 Euro pro Tag "all inclusive" lägen im Bereich anderer Tarifeinrichtungen wie etwa dem Caritas Altenheim St. Rita in Oberhaching.

Nur ein Bürger monierte, "statt eine Tiefgarage zu bauen, werden Parkplätze in die Botanik gelegt und Boden versiegelt". Joithe sagte, diese Zusatzparkplätze würden selten benötigt. Das Geld für eine unnötige Tiefgarage werde für die Ausstattung der Mikrowohnungen und Wohnküchen gebraucht. Architekt Bertold Ziersch aus Gräfelfing ergänzte, die 40 "Ersatz-Parkplätze" westlich des Mitarbeiterhauses blieben wasserdurchlässig und würden mit ökologisch wertvollem Magerrasen ausgestattet.

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