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Brunnthal:Noch ein Realschulstandort

Gemeinde bringt sich als Alternative zu Höhenkirchen ins Spiel

Von Bernhard Lohr, Brunnthal

Nach Hohenbrunn hebt nun auch Brunnthal den Finger, was einen alternativen Standort für die in Höhenkirchen-Siegertsbrunn so umstrittene Realschule angeht. Dem Gemeinderat liegt am Mittwoch ein Antrag der CSU vor, wonach sich Brunnthal um die Ansiedlung der Realschule bewerben soll. Allerdings wollen die Brunnthaler den Nachbarn keine Konkurrenz machen, sondern sich lediglich als möglicher Ausweichstandort anbieten, sollte in der Nachbargemeinde die Diskussion über die Schule tatsächlich noch einmal ganz neu aufgerollt werden. Denn der beschlossene Standort in Höhenkirchen-Siegertsbrunn wäre für die Brunnthaler im Grunde fast ideal, weil sie dort an der Brunnthaler Straße in 2,5 Kilometer Entfernung eine Schule und eine Mehrzweckhalle bekommen würden.

Doch seit Kurzem steht hinter diesem Standort ein dickes Fragezeichen. Der Zweckverband weiterführende Schulen im Südosten des Landkreises München macht Druck, diese Standortentscheidung zu überdenken, weil ein Bau dort etwa 23 Millionen Euro teurer werden könnte als auf einem Schulcampus neben dem Gymnasium am Höhenkirchner Bahnhof. Weil eine Realschule dort wiederum wegen des Verkehrsdrucks im Zentrum höchst umstritten ist, rücken nun auch andere Gemeinden wieder ins Blickfeld.

Trotz fehlender S-Bahnanbindung kann Brunnthal einige Argumente anführen. Zweiter Bürgermeister Thomas Mayer (CSU) favorisiert zwar, wie er sagt, den aktuell so umstrittenen Standort in Höhenkirchen-Siegertsbrunn wegen der Nähe zu Brunnthal. Die Halle an der dortigen Schule könnte für die Brunnthaler Sportler gut genutzt werden. Sollten aber "wider Erwarten" die Karten neu gemischt werden, sagt er, sollte sich Brunnthal einbringen. Für Brunnthal spricht aus seiner Sicht zum Beispiel die Tatsache, dass die Gemeinde zwei an der Staatsstraße zwischen Brunnthal und Hofolding gelegene Grundstücke in ihrem Besitz hat, die für einen Schulbau samt Mehrzweckhalle in Frage kämen. Ein 3,3 Hektar großes Areal liegt am Waldrand nahe Brunnthal, ein sieben Hektar großes Gelände jenseits des Waldes in Richtung Hofolding. Bisher habe Brunnthal nur für weiterführende Schulen in anderen Gemeinden Beiträge bezahlt, sagt Mayer. Eine Realschule am Ort würde einen Mehrwert auch für Familien aus Hofolding bringen, die weiterführende Schulen in Höhenkirchen-Siegertsbrunn nicht nutzen würden. Mayer verspricht sich Vorteile für die Busverbindungen in der Gemeinde, die so zudem zu ihrer von vielen ersehnten Mehrzweckhalle direkt am Ort kommen könnte.

Die beiden ins Spiel gebrachten Grundstücke sind bisher im Gespräch, um dort einmal eine Mehrzweckhalle auf einem zentralen Sportgelände für den TSV Brunnthal und den TSV Hofolding zu schaffen. Die Finanzierung eines solchen Projekts aber steht angesichts der Corona-Turbulenzen mehr denn je in den Sternen. Sollte der Gemeinderat am Mittwoch mehrheitlich den CSU-Antrag unterstützen, könnten sich neue Perspektiven für die Grundstücke auftun.

© SZ vom 16.06.2020

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