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Brunnthal:Holpriger Start

Von der Gudrunsiedlung (links oben) ist es ein Katzensprung ins Gewerbegebiet Brunnthal-Nord. Doch der bestehende Fuß- und Radweg durch den Wald lässt zu wünschen übrig.

(Foto: Claus Schunk)

Seit Jahren drängen Anwohner der Gudrunsiedlung auf einen Ausbau des Waldwegs zum Gewerbegebiet Brunnthal-Nord. Nun könnte tatsächlich etwas vorangehen.

Bewohner der Gudrunsiedlung in Brunnthal dringen auf eine bessere Anbindung ihres Ortsteils an das Gewerbegebiet Brunnthal-Nord mit Ikea und den anderen Verbrauchermärkten. Vertreter der "Bürgerinitiative Ausbau Waldweg" haben jüngst Flugblätter in Briefkästen gesteckt und Unterschriften gesammelt, um auf den aus ihrer Sicht großen Missstand hinzuweisen und die Gemeinde zum Handeln zu bewegen. So soll der Rad- und Fußweg von der nördlich der A 99 gelegenen Siedlung bis ins Gewerbegebiet im Winter besser geräumt und insgesamt besser befahrbar werden. Zusätzlich soll eine Beleuchtung installiert werden, um den Weg sicherer zu machen.

Der Waldweg ist nicht komplett im Besitz der Gemeinde

Offenbar ist einigen Betroffenen der Geduldsfaden gerissen. Das Problem ist seit Jahren bekannt und war Thema von Bürgerversammlungen und Beratungen des Gemeinderats. Viele Menschen kaufen im Gewerbegebiet ein, dort befindet sich an der Zusestraße auch die Endhaltestelle des 210er Busses. Der fährt dann zur U-Bahnhaltestelle Neuperlach-Süd. Doch es ist nicht ganz einfach, den offenbar wichtigen Weg herzurichten.

Die Gemeinde bemühe sich, den intensiv genutzten Waldweg für die Menschen besser begeh- und befahrbar zu machen, heißt es aus dem Rathaus. Fortschritte scheiterten aber bisher daran, dass der Waldweg nicht komplett der Gemeinde gehört. Teilweise verlaufen Leitungen und Rohre neben dem Pfad, der zudem durch Bannwald führt, was wiederum einen Eingriff erschwert, wie ihn das Aufstellen von Straßenlampen darstellen würde. Wie Brunnthals Bürgermeister Stefan Kern (CSU) nun sagte, könnte es zumindest in der zentralen Grundstücksfrage im kommenden Jahr einen Durchbruch geben. Er habe bei einem Treffen mit Vertretern der IVG Immobilien GmbH, die das Gewerbegebiet Brunnthal einst entwickelte, eine Zusage für einen vernünftigen Ausbau des Weges bekommen. Diese Hürde könne 2018 beseitigt werden.

Grundsätzlich äußert Kern Verständnis für die Anliegen der Bewohner der Gudrunsiedlung, wenngleich er nicht alle Ansichten teilt. Im Gemeinderat letztens gab es eine intensive Debatte, die sich teilweise im Kleinklein verlor; die aber auch zeigte, wie schwierig eine Lösung zu finden ist. So ging es etwa darum, ob es sinnvoll ist, den Weg mit einem Räumfahrzeug von Schnee zu befreien. Der Bauhof warnt. Denn es ragen Kanaldeckel aus dem Boden heraus, was dazu führt, dass Räumfahrzeuge mit ihrem Räumschild beschädigt werden oder eben mit einem Abstand über den Boden fahren müssen, der ein effektives Räumen verhindert. So könnten Eisplatten entstehen, sagt Kern, und es werde am Ende nur gefährlicher. Davor warne der Bauhof.

Eine Minimalbeleuchtung könnte aus Naturschutzsicht möglich sein

Auch hält Kern wenig von einer Beleuchtung. Zum einen zweifelt er an, dass es wirklich wie von Anliegern beschrieben zu gefährlichen Situation kommt, weil sich auf der Strecke Radfahrer ohne Licht im Dunkeln bewegen. Zum anderen fürchtet der Bürgermeister den Aufwand und die Kosten. Es wäre ein Eingriff in den Wald, der Ausgleichsmaßnahmen notwendig machen würde. Auch würde durch das Licht das Wild im Wald gestört, sagt Kern, der unter anderem auch Vorsitzender der Jagdgenossenschaft ist.

Trotz Bedenken hier und da beschloss der Gemeinderat nach einer, wie Kern es nennt, "unweihnachtlichen" Debatte im Gemeinderat mehrheitlich, prüfen zu lassen, ob naturschutzrechtlich eine Minimal-Beleuchtung des Waldweges machbar ist. Die Bemühungen um Grunderwerb für den Weg sollen fortgeführt werden, mit dem Ziel, diesen "staubfrei" anzulegen. Die Kanaldeckel, die den Winterdienst behindern, sollen abgesenkt und der Winterdienst "ab sofort" gewährleistet werden. Die Kosten für die Beleuchtungsanlage beziffert er auf 30 000 Euro. 150 000 Euro würde die Herstellung des Wegs kosten, plus Grunderwerbskosten.

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