Im Brunnthaler Ortsteil Hofolding soll ein Seniorenzentrum mit 70 Plätzen für Pflegebedürftige entstehen sowie Wohnungen für Senioren und Mitarbeiter. Am Mittwoch wird Sabine Loritz von VVM Konzeption und Projektentwicklung das Großprojekt bei der Bürgerversammlung im Landgasthof Brunnthal (19 Uhr) vorstellen. Der Brunnthaler Gemeinderat hat bereits vor zwei Wochen mehrheitlich die städtebauliche Zustimmung erteilt.
Die Gemeinde sichert zu, dass auf dem nahezu 15 000 Quadratmeter großen Grundstück am westlichen Ortseingang von Hofolding keine reine Wohnanlage, sondern ein Wohn- und Pflegeheim für Senioren gebaut werden kann - im Bebauungsplan wird es "Seniorenzentrum Hofolding West" genannt. Es soll eine "vollstationäre Pflegeeinrichtung mit 70 Einzelzimmerplätzen nebst Tages- und Kurzzeitpflege sowie sechs Appartements für Betreutes Wohnen mit Service" werden, heißt es in im Bauamt ausliegenden Unterlagen.
In dem Komplex werden mehrere Einzelappartements, die alle ein Bad und eine Kochecke haben, zu einer Hausgemeinschaft mit eigener Wohnküche als Begegnungs- und Sozialzone zusammengefasst. In einem geschützten Innenhof wird ein Demenzgarten angelegt. Im Südwesten des Pflegeheims sind zwei Mehrfamilienhäuser mit Seniorenappartements im Erdgeschoss und insgesamt 16 Mitarbeiterwohnungen darüber vorgesehen.
Gebraucht werden bis zu 90 Pflege- und Betreuungskräfte
Zur Diskussion im Gemeinderat führte, dass lediglich ebenerdige Parkplätze vorgesehen sind. Auf einer Magerrasenfläche sollen 40 "Ersatz-Parkplätze" für großen Besucherandrang entstehen. Dagegen wandte sich Michael Lechner (Grüne): Ein Parkplatz auf "landwirtschaftlich genutzter Fläche" sei nicht realisierbar, es müsse eine Tiefgarage vorgeschrieben werden. "Es ist sündhaft, bei Baulandknappheit keine Tiefgarage zu verlangen", so seine Parteikollegin Hilde Miner. Doch Bürgermeister Stefan Kern (CSU) sagte, eine Tiefgarage würde laut Investor nicht genutzt werden und Besucher in großer Zahl kämen allenfalls an Wochenenden oder Feiertagen. Im Laufe des Verfahrens könne man sich ja noch beteiligen, bat Kern seinen Gemeinderat um Zustimmung zu dem Verfahren, für das eine schwedische Rentenkasse als Investor gefunden wurde.
Sie freue sich, wenn die Bewohner besucht würden, aber Besucher müssten schnell und einfach parken können, sagte Projektleiterin Loritz der SZ. Die vorgesehene, etwa 5000 Quadratmeter große Parkfläche werde derzeit nicht landwirtschaftlich genutzt und solle außerdem nicht geteert, sondern mit Rasensteinen ausgelegt werden. Auf dem weiteren Grundstücksbereich könnten Erholungsflächen für Bewohner und die Mitarbeiter entstehen. Und wegen des Mangels an Fachkräften müsse man etwas bieten, daher gehörten Mitarbeiterwohnungen für Singles bis zu Familien zum Konzept, so Loritz. Sie sei zuversichtlich, dass die 80 bis 90 erforderlichen Pflege- und Betreuungskräfte bis zur Betriebsaufnahme zu finden sind. Wird, wie sie hofft, die Baugenehmigung bis März oder April 2023 erteilt, könnte der Bau des Hofoldinger Seniorenpflegezentrums zu Beginn des Jahres 2025 abgeschlossen sein.
Im Landkreis München werden auch aufgrund der Altersstruktur und des demografischen Wandels Senioren-Pflegeplätze dringend benötigt. Und Projektleiterin Loritz sieht das Pflegeheim als Angebot für Menschen aus der Umgebung, die weitgehend selbständig leben und Teil der Gemeinde bleiben wollen, jedoch Unterstützung in der pflegerischen Versorgung benötigen.


