KunstausstellungStarke Weibsbilder

Lesezeit: 1 Min.

„Santa Baby“ – der Weihnachtsmann in seiner weiblich-selbstbewussten Variante: ein Bild der Künstlerin Monika Kaiblinger.
„Santa Baby“ – der Weihnachtsmann in seiner weiblich-selbstbewussten Variante: ein Bild der Künstlerin Monika Kaiblinger. Monika Kaiblinger

Verführerisch und feministisch: Die Galerie Kersten in Brunnthal zeigt Arbeiten der Malerin Monika Kaiblinger.

Von Udo Watter, Brunnthal

SZ bei Google bevorzugen

Ihre Bilder zeigen weibliche Figuren jenseits vertrauter Klischees  – verführerisch, selbstbewusst, energetisch. Manchmal auch verletzlich und stolz, aber sie sind nicht als Objekte des Blicks intendiert – selbst wenn sie im erotischen Kontext posieren –, sondern als präsente, kraftvolle Persönlichkeiten. Die Künstlerin Monika Kaiblinger, in München geboren, im Oberland lebend, sieht sich als feministische Malerin. In der Galerie Kersten in Brunnthal wird an diesem Freitag ihre Ausstellung „Weibsbilder“  eröffnet.

„Ihre Malerei verbindet Ausdruck und Bewegung, Sinnlichkeit und Selbstbewusstsein“, heißt es in der Ankündigung: „Inspiriert durch die Körpererfahrung des Bauchtanzes, den die Künstlerin selbst unterrichtet, entstehen Bilder, die von innerer Energie und fließender Dynamik geprägt sind.“ Auch der Titel „Weibsbilder“ ist mehrdeutig, nicht zuletzt bewegt er sich inhaltlich im Spannungsfeld zwischen despektierlicher Bezeichnung und anerkennender, nämlich dann, wenn das „Weibsbild“ erotische Stärke und Frechheit ausstrahlt.

„Meine Frauen sind schön und wehrhaft“, wird Kaiblinger im Katalog zur Ausstellung zitiert. Kein Wunder, dass sie auch gern Bond-Girls als Motive wählt, die ja im Kontext weiblicher Selbstbestimmtheit eine ambivalent progressive Rolle gespielt haben und neben ihren sinnlichen und Action-Qualitäten auch immer wieder absurd schlüpfrige Namen wie Pussy Galore, Xenia Onatop und Holly Goodhead haben.

Bondgirl „Holly Goodhead“ ziert das Titelbild des Ausstellungskatalogs, im Fim „Moonraker“ wird sie von Louis Chiles gespielt.
Bondgirl „Holly Goodhead“ ziert das Titelbild des Ausstellungskatalogs, im Fim „Moonraker“ wird sie von Louis Chiles gespielt. Monika Kaiblinger

Kaiblinger, die neben der Kunst auch den Tanz zu ihrer Passion zählt und Mitbegründerin des „Zentrums für Orientalischen Tanz“ in München war, arbeitet gern mit leuchtenden Farbflächen und starken Kontrasten. Ihre Werke werden beschrieben als „eine Einladung, Weiblichkeit in Bewegung zu sehen und in ihrer Vielfalt zu feiern.“

Die Weihnachtsausstellung der Galerie Kersten in Brunnthal, Otterloher Straße 6, dauert von 5. Dezember bis 10. Januar. Weitere Information gib es unter https://galerie-kersten.de/.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Tassilo-Preis der SZ
:Im Umland pulsiert das Kulturleben

Die Inklusions-Band „Das rote Motorrad“  aus Steinhöring, der Tölzer Zirkuskünstler Solomon Solgit und die Freisinger Kulturmacherinnen von „Modern Studio“ räumen bei der feierlichen Verleihung die drei Tassilo-Hauptpreise ab. Und beweisen mit all den anderen Preisträgern, dass im ländlichen Raum oft mehr geboten ist, als man denkt.

Von Katja Sebald

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: