Dem ersten Besuch eines Bundeskanzlers beim Bundesnachrichtendienst wohnte kein Zauber des Anfangs inne: Helmut Schmidt verbeulte am 8. Juli 1975 seinen Wagen, als er, selbst am Steuer sitzend, durch das Tor der BND-Liegenschaft in Pullach fuhr. Daran allein dürfte es indes nicht gelegen haben, dass der SPD-Politiker, der von 1974 bis 1982 Chef einer sozialliberalen Regierung in Bonn war, sich so kritisch über den deutschen Auslandsnachrichtendienst äußerte. Er qualifizierte ihn öffentlich als „Dilettantenverein“ ab und verglich ihn 1992 gar mit der Stasi, wie der Berliner Historiker Rüdiger Bergien jetzt bei der Vorstellung des neuen Buches „Der BND nach Gehlen“ dem Publikum im Pullacher Bürgerhaus darlegte.
Westdeutsche GeheimdienstgeschichteDoch kein Dilettantenverein
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Historiker stellen in Pullach das Buch „Der BND nach Gehlen“ vor, das die DDR-Spionage und die Beziehungen zum Kanzleramt in den 70ern und 80ern im Blick hat. Ein bisher wenig erforschtes Kapitel in der Geschichte des Geheimdienstes.
Von Udo Watter, Pullach
