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Autobauer:BMW sucht im Landkreis München nach weiterem Standort

BMW sucht neuen Standort in München

BMW hat deutlich mehr Standorte in München als den "Vierzylinder" am Petuelring.

(Foto: Robert Haas)
  • Das Landratsamt hält, von der Öffentlichkeit unbemerkt, eine Art Bewerbungsverfahren für einen neuen Standort ab.
  • Derzeit sind offenbar noch zehn Standorte im Rennen.
  • BMW hat in und um München mittlerweile eine stattliche Anzahl von Standorten für Produktion, Verwaltung und Forschung.

Von Alexandra Vettori, Unterschleißheim

Neben dem bekannten "Vierzylinder", wie die Zentrale am Petuelring genannt wird, betreibt BMW in und um München mittlerweile eine stattliche Anzahl von Standorten, für Produktion, Verwaltung und Forschung. Erst im April hat der Autobauer in Unterschleißheim seinen Campus für Autonomes Fahren eröffnet. Ebenfalls in Unterschleißheim befinden sich das Fuhrparkmanagement und eine Trainingsakademie, in Garching betreibt BMW ein Forschungs- und Technologiehaus.

Jetzt wurden der Süddeutschen Zeitung Unterlagen zugespielt, die belegen, dass der Autohersteller schon seit Monaten auf der Suche nach einem weiteren Standort im Landkreis München ist - und das Landratsamt, von der Öffentlichkeit unbemerkt, sogar eine Art Bewerbungsverfahren dafür abhält.

Derzeit - das geht aus den Unterlagen hervor - sind noch zehn Standorte im Rennen; wo diese liegen, ist den Unterlagen nicht zu entnehmen, ebenso wenig, welche Unternehmenssparte dort angesiedelt werden soll. Nur so viel: Einer davon ist ein interkommunales Projekt der beiden Nachbargemeinden Ober- und Unterschleißheim. Mehr als 30 Hektar groß könnte dieses Gewerbegebiet an der Grenze zwischen den beiden Kommunen werden und zwischen Landshuter Straße und Autobahn A 92 liegen, direkt angrenzend an den Unterschleißheimer Gewerbepark, in dem BMW auch sein Zentrum für Autonomes Fahren betreibt. 1500 Mitarbeiter arbeiten hier, die Erweiterung ist bereits genehmigt und in Arbeit. Daneben erstrecken sich bis jetzt noch Felder.

Doch hinter den Kulissen sind die Pläne Ober- und Unterschleißheims für das gemeinsame Gewerbegebiet offenbar schon weit gediehen. 25 Hektar davon liegen auf Oberschleißheimer Flur, die übrigen 13 auf dem Stadtgebiet Unterschleißheims. Ganz optimal findet BMW den Standort allerdings nicht, auch das geht aus den Unterlagen hervor, die der SZ vorliegen. Es bräuchte noch eine bessere Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr, heißt es darin, und eine Autobahnanschlussstelle an die A 92, wie sie die Gemeinde Oberschleißheim schon seit Jahren fordert.

Dass die Standortsuche von BMW jetzt ans Licht der Öffentlichkeit gelangt, stößt bei allen Beteiligten auf wenig Begeisterung. Aus dem Landratsamt München ist nichts zu dem Bewerbungsverfahren zu erfahren. Eine Behördensprecherin bittet um Verständnis dafür, "dass wir uns grundsätzlich nicht zu möglichen Anfragen einzelner Unternehmen oder Institutionen, die auf der Suche nach geeigneten Standorten an das Landratsamt München herantreten, äußern."

"Kein Kommentar", lautet auch die Antwort von Thomas Stockerl, dem Referenten von Unterschleißheims SPD-Bürgermeister Christoph Böck. Und auch Doris Rohe, die Referentin von Oberschleißheimes Bürgermeister Christian Kuchlbauer (Freie Wähler), lässt nur wissen: "Das ist nicht öffentlich."

Eine BMW-Sprecherin bestätigte der SZ am Mittwoch auf Anfrage immerhin, dass das Unternehmen Grundstücke für einen weiteren Standort im Münchner Norden suche. Konkret aber sei noch nichts. "Wir führen derzeit verschiedene Hintergrundgespräche, wir prüfen immer neue Flächen." Ein Grund dafür, warum die Planungen hinter verschlossenen Türen laufen, liegt auf der Hand: Wo Grundstücksbesitzer davon erfahren, klettern die Preise. Andererseits sind weitere Gewerbeansiedlungen, zumal in der vorgesehenen Größenordnung, ein rotes Tuch in den Nordgemeinden. Viele Bürger dort wehren sich seit Jahren gegen den Verlust von Lebensqualität durch das rasante Wachstum der Orte.

© SZ vom 25.10.2018/vewo
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