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Bildung:Unterföhring will Realschule

Gemeinde bewirbt sich beim Landkreis als Standort

Die Gemeinde prüft auf Betreiben der Grünen, ob in Unterföhring nach dem Bau des Gymnasiums auch eine Realschule errichtet werden kann. Wie Grünen-Fraktionssprecher Johannes Mecke zur Begründung des entsprechenden Antrags schrieb, rechnet seine Partei angesichts der weiter steigenden Bevölkerung mit einer erhöhten Zahl von möglichen Realschülern. Die Grünen führen an, dass die Realschule in Ismaning bald schon zu klein werden könnte. Vor allem dann, wenn das jetzige Kiesa-Gelände im Süden des Ortes mit Wohnungen bebaut sei und die Gemeinde dann 15 000 Einwohner zählt.

Auch über einen möglichen Standort haben sich die Grünen bereits Gedanken gemacht: Es sollte ein Grundstück in der Nähe von Gymnasium und Sportpark sein - zum Beispiel das im Osten gelegene unbebaute Areal an der Neubruchstraße, wo aktuell eine Büronutzung geplant ist.

Der Unterföhringer Gemeinderat stimmte dem Antrag der Grünen mehrheitlich zu. Gegen die Stimmen der SPD-Fraktion wurde die Rathausverwaltung beauftragt, gegenüber dem Landratsamt die Bewerbung Unterföhrings um eine Realschule kundtun.

Thomas Weingärtner (SPD) verwies darauf, dass die Stadt Garching seit Monaten als möglicher Standort für eine Realschule gehandelt werde und Landrat Christoph Göbel (CSU) bereits seine Präferenz für Garching deutlich gemacht habe. Die Unterföhringer Bewerbung sei deshalb aussichtslos. "Ein derartiger Prüfauftrag ist absurd und nur als Beschäftigungstherapie für die Verwaltung zu sehen", sagte Weingärtner.

CSU, Grüne und Parteifreie Wählerschaft (PWU) schreckte dies jedoch nicht ab. Mecke sagte, Unterföhring solle trotzdem sein Interesse bekunden, und erinnerte daran, dass auch das eigene Gymnasium vor Jahren utopisch gewesen sei. Betina Mäusel (CSU) und Johann Zehetmair (PWU) pflichteten ihm bei. Auch Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) schob seine Skepsis beiseite und stimmte für den Antrag.